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Ärzteschaft

Herzteams stärken die Patientensicherheit bei Herzklappen-Ein­griffen

Montag, 22. August 2016

/dpa

Berlin – Auf die Qualitätskriterien der Richtlinie für minimalinvasive Herzklappen­interventionen des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) weist die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) hin. „Die konsequente Umsetzung eines nachvollziehbar interagierenden Herzteams und die enge Kooperation der Fachgebiete über den gesamten komplexen Behandlungsverlauf führen zu einer Erhöhung der Patientensicherheit und dadurch auch zur Verbesserung der Therapie­ergebnisse“, hieß es aus dem Vorstand der Fachgesellschaft.

Die G-BA-Richtlinie sieht im Kern vor, dass ein Team aus Herzchirurgen, Kardiologen und Anästhesisten den Patienten rund um eine kathetergestützte Aortenklappen­implantation (TAVI) oder ein Clipverfahren an der Mitralklappe (transvenöse Clip-Rekonstruktion der Mitralklappe) betreut. „Wir haben über das Bundesgebiet verteilt 78 Institutionen, an denen umfassend ausgestattete Fachabteilungen für Herzchirurgie etabliert sind, die mit in- und externen kardiologischen Fachabteilungen und niedergelassenen Fachärzten für Kardiologie kooperieren“, erläuterte Armin Welz, Präsident der DGTHG.

Die Aortenklappen-Stenose ist häufigste, die Mitralklappen-Insuffizienz die zweithäufigste operationsbedürftige Herzklappenerkrankung.

Minimalinvasive Verfahren sind die kathetergestützte Aortenklappenimplantation (TAVI) und das MitraClip-Verfahren. Bei der TAVI wird über verschiedene Zugangswege zunächst mit Hilfe eines Ballons die erkrankte Aortenklappe gedehnt und danach, ebenfalls kathetergestützt, eine biologische Herzklappenprothese bis zum Aorten­klappenring vorgeschoben und nach korrekter Positionierung implantiert.

Im Gegensatz zum konventionellen herzchirurgischen Eingriff wird die erkrankte Herzklappe nicht entfernt. Das MitraClip-Verfahren hingegen bezeichnet einen kathetergestützten Eingriff, bei dem die beiden Segel der Mitralklappe mit einem Clip verbunden werden, um die bestehende, hochgradige Undichtigkeit zu verringern.

„Ein hohes Alter allein ohne relevante Begleiterkrankungen schließt Patienten nicht von einer Herzoperation aus. Eine definierte, obere Altersgrenze existiert nicht“, so Welz.

Die Fachgesellschaft empfiehlt den Patienten, bei der Auswahl eines Kranken­hauses gezielt nachzufragen, ob ein Herz-Team etabliert ist, regelmäßig gemeinsame Fallkonferenzen und Besprechungen stattfinden und die Team-Mitglieder durchgängig zur Verfügung stehen. © hil/aerzteblatt.de

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