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Medizin

Studie: Stehpulte in Grundschulen vermeiden Gewichtszunahme

Donnerstag, 25. August 2016

College Station - Schüler an drei Grundschulen in Texas, die im Unterricht an Podesten lernten statt auf her­kömm­lichen Schulstühlen, hatten in einer randomisierten Studie im American Journal of Public Health (2016; doi: 10.2105/AJPH.2016.303323) einen signifikant geringeren Anstieg des Body-Mass-Index.

In den USA ist mittlerweile jedes dritte Kind im Grundschulalter übergewichtig oder adipös. Die Gründe sind neben einer ungesunden Ernährung im Bewegungsmangel zu suchen. Auch in der Schule können es sich Kinder in der meisten Zeit auf Stühlen (mehr oder weniger) bequem machen. Mark Benden von der Texas A&M School of Public Health in College Station nordwestlich von Houston möchte dies ändern. Der Gesundheitsforscher entwarf ein neues Schulmöbel, das ein Kompromiss zwischen einem Stuhl und einem konven­tionellen Stehpult sein soll. Die Kinder müssen nicht ganz auf eine Sitzgelegenheit verzichten. Bequemer lernt es sich an den „Stand-Biased Desks“ jedoch im Stehen. 

In einer früheren Studie konnte Benden zeigen, dass die Kinder an den neuen Schulmöbeln etwa 15 Prozent mehr Kalorien verbrauchen. In einer anderen Untersuchung kam heraus, dass sich auch die neurokognitiven Leistungen eher verbessern. Der eigentliche Zweck der Möbel ist jedoch die Vermeidung von Übergewicht.

Dazu wurden an drei Grundschulen jeweils vier Klassenräume mit den Stehpulten ausgerüstet. Vier weitere Klassenräume behielten die alten Schulmöbel. Insgesamt 193 Kinder der dritten oder vierten Klasse wurden per Los auf die Klassen verteilt und dort über zwei Jahre unterrichtet. Den Schülern war es dabei freigestellt, ob sie im Stehen oder im Sitzen lernen wollten. Benden bezeichnet dies als „Activity Permissive Learning Environment“ (APLE). Da das Stehen aber bequemer ist als Sitzen, wurde das Ziel der Studie ohne Zwang erreicht. 

Nach den jetzt vorgestellten Ergebnissen können die Stehpulte tatsächlich die Zunahme des Körpergewichts begrenzen. Nach zwei Jahren war der Body-Mass-Index in den Klassen mit Stehpulten im Durchschnitt um 0,1 kg/m2 gestiegen. In der Kontrollgruppe war es zu einer Zunahme um 0,5 kg/m2 gekommen. Das scheint wenig zu sein, doch laut Benden beträgt der Unterschied in den Perzentilkurven 5,24 Prozentpunkte. Es fehlt jedoch noch der Nachweis, dass dies langfristig die Rate der adipösen Kinder vermindert. Benden scheint wenigstens vom wirtschaftlichen Erfolg seiner Idee überzeugt zu sein. Er hat die Firma „Stand2Learn“ gegründet, die die von ihm entworfenen Möbel vermarkten soll. © rme/aerzteblatt.de

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