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Medizin

Messung der fraktionellen Flussreserve vor PCI sinnvoll

Dienstag, 30. August 2016

Köln – Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK), bei denen eine Gefäßerweiterung mittels perkutaner koronarer Intervention (PCI) vorgesehen ist, profitieren von einer Messung der myokardialen fraktionellen Flussreserve (FFR). Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in einem Vorbericht zu dem neuen Funktionstest.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hatte das Institut beauftragt, den Nutzen der FFR für zwei Fragestellungen zu untersuchen:

  1. Zum einen für Patienten mit einer KHK, bei denen gemäß der herkömmlichen Diagnostik eine Gefäßerweiterung mittels PCI angezeigt wäre. Dabei geht es um die Frage, ob eine FFR Daten liefern kann, um eine PCI möglicherweise zu vermeiden.
  2. Bei der zweiten Fragestellung geht es um Patienten mit einer stabilen KHK, bei denen bisher keine PCI angezeigt wäre.

Die FFR wird während einer Herzkatheteruntersuchung gemessen. Dabei führt der Arzt einen Druckmessdraht in das verengte Gefäß ein. Das Messergebnis soll eine Aussage darüber ermöglichen, ob die Verengung relevant ist und das Gefäß durch einen Eingriff geweitet werden muss.

Die IQWiG-Wissenschaftler konnten für ihren Bericht neun randomisierte klinische Studien auswerten. Patientenrelevante Endpunkte waren dabei unter anderem die Sterblichkeit, das Auftreten von Herzinfarkten und Komplikationen, die Notwendigkeit von Klinikaufenthalten oder die Lebensqualität.

Daten aus fünf Studien zu Patienten mit einer Indikation für eine PCI zeigen, dass Herzinfarkte seltener auftreten, wenn Ärzte die Therapieentscheidung auf Basis einer FFR getroffen haben. Die Datenlage ist laut dem IQWiG gut. Die Wissenschaftler sehen daher für diesen Endpunkt den Nutzen der FFR für diese Patientengruppe belegt. Für den kombinierten Endpunkt Tod oder Herzinfarkt leiten sie aus den Daten ebenfalls einen Hinweis für einen Nutzen ab.

Bei Patienten mit stabiler KHK stellt sich die Datenlage anders dar: Die IQWiG-Wissenschaftler fanden für patientenrelevante Endpunkte entweder keine Unterschiede oder die Datenlage ist so unklar, dass daraus keine Schlüsse zu ziehen sind.

Interessierte Personen und Institutionen können bis zum 22. September schriftliche Stellungnahmen zu diesem Vorbericht abgeben. © hil/aerzteblatt.de

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