NewsPolitikAuditor für Unabhängige Patientenberatung ernannt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Auditor für Unabhängige Patientenberatung ernannt

Donnerstag, 1. September 2016

Berlin – Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) hat nach monatelanger Suche nun die Funktion eines Auditors besetzt. Die Gesellschaft für soziale Unterneh­mensberatung (gsub) aus Berlin soll die neu geschaffene Funktion des Auditors nun übernehmen, teilte Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter der Bundesregierung, mit. Die Unternehmensberatung hat die Prokuristin Gabriele Fellmayer für die Auditor-Tätigkeit berufen.

Die gsub wurde im Jahr 1991 gegründet, unter anderem auch, um die arbeits­marktpolitischen Programme im Auftrag des Landes Berlin umzusetzen. Weiter geht aus der eigenen Darstellung auf der Webseite der Beratungsgesellschaft hervor, dass sie besondere Expertise im Bereich Arbeitsmarkt-, Wirtschafts- und Beschäftigungs­politik sowie Kinder-, Jugend- und Bildungspolitik hat. Gesundheitspolitik wird in dieser Eigendarstellung nicht erwähnt. Laumann erklärt über die Gesellschaft: „Mein Eindruck ist: Da sind Profis mit Herz und Verstand am Werk.“

Der Personalie und Auftragsvergabe habe auch der Beirat der UPD zugestimmt, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Nach der heftigen Kritik bei der Vergabe der UPD an die private Sanvartis AG vor rund einem Jahr wurde die Rolle des Auditors neu geschaffen.

Anzeige

Dem Auditor soll es künftig möglich sein, alle Unterlagen der UPS sowie in die Qualitätssicherungsinstrumente einzusehen und „uneingeschränkt“ Auskünfte zu erhalten. Kritik an der Vergabe an Sanvartis wurde vor allem geäußert, da die Sanvartis AG aus Duisburg auch Call-Center-Dienstleistungen für Pharmaunternehmen und Krankenkassen anbietet.

Die Besetzung des Auditor-Postens war offenbar beschwerlich – über sechs Monate dauerte die Suche. Eigentlich hätte die Funktion bereits im März 2016 besetzt werden sollen. Damals wurden mehrere Namen von gesundheitspolitischen Experten aus verschiedenen Lagern gehandelt. Mit dem Auditor solle „größtmögliche Transparenz“ in die UPD-Arbeit kommen.

Neben dieser Personalie hat der UPD-Beirat laut Mitteilung von Laumann in seiner vergangenen Sitzung auch den Forschungsauftrag zur Evaluation der UPD in der aktuellen Förderphase erteilt. Die Prognos AG, die in der Gesundheitspolitik bislang oftmals für Honorar-Gutachten für den GKV-Spitzenverband bekannt ist, werde die wissenschaftliche Begleitforschung übernehmen, erklärte Laumann.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion hält die Personalentscheidung für einen herben Rückschlag: „Es erweist sich immer mehr als Rückschlag für die Patientenberatung, dass der Patientenbeauftragte Laumann die UPD an ein privates Unternehmen vergeben hat“, erklärte Maria Klein-Schmeink in einer Mitteilung.

„Genauso bezeichnend ist, dass kein ausgewiesener Gesundheitsexperte die Funktion des Auditors einnehmen will und Laumann nun auf eine Unternehmensberatung ausweichen muss“, heißt es weiter. Sie beklagte außerdem, dass die Bundesregierung und der Patientenbeauftragte viele Fragen aus ihrer Fraktion zur Personalausstattung und Beratungsqualität der UPD unbeantwortet lassen. © bee/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Juli 2019
London – Menschen in Großbritannien können sich ab sofort mit medizinischen Fragen an den Sprachassistenten des Internetkonzerns Amazon wenden. Um Ärzte und Gesundheitspersonal zu entlasten, arbeitet
Britischer Nationaler Gesundheitsdienst kooperiert mit Amazons Sprachassistent
9. Juli 2019
Berlin – Um das Wissen über Impfungen ist es bei den Deutschen nicht gut bestellt. Das zeigte eine aktuelle Umfrage der Barmer. Nur jeder zweite Bundesbürger sieht sich demnach als ausreichend geimpft
Wissen über Impfungen wenig ausgeprägt
24. Juni 2019
Berlin – Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Versicherte beraten als im Jahr zuvor. Das zeigt der aktuelle Monitor-Bericht der UPD für das Jahr
Unabhängige Patientenberatung berät weniger Versicherte
21. Juni 2019
Berlin – Das Ärztliche Zentrum für Qualitätssicherung (ÄZQ) hat vier Patienteninformationen zu den Themen Prostatakrebs-Prävention, Arzneimitteltherapie, Multimedikation sowie Multiresistente Erreger
Patienteninformationen zu Prostatakrebs, MRSA und Arzneimittelthemen aktualisiert
20. Juni 2019
Hamburg – Politik und Gesundheitsinstitutionen in Hamburg wollen die Gesundheitskompetenz der Bürger steigern. Die Landeskonferenz hat dafür Maßnahmen ausgearbeitet, die jetzt greifen sollen. An der
Maßnahmenpaket soll Gesundheitskompetenz der Hamburger verbessern
14. Juni 2019
Berlin – Patienten, die nach der Entlassung aus dem Krankenhaus einen Patientenbrief erhielten, fühlen sich besser unterstützt und verstehen ihre Erkrankung und Behandlung besser. Das zeigen die
Patientenbrief statt Arztbrief kann Patientensicherheit erhöhen
13. Juni 2019
Berlin – Die Arbeit der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) dürfte auch über das Ende der aktuellen Förderperiode im Jahr 2022 hinaus ausgeschrieben werden. Das macht eine Antwort der Bundesregierung
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER