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Medizin

Hoher Alkoholkonsum vermindert Fruchtbarkeit

Freitag, 2. September 2016

/dpa

Aarhus – Ein hoher Alkoholkonsum kann verhindern, dass Frauen schwanger werden. Dies zeigen die Ergebnisse einer prospektiven Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2016; 354: i4262), in der ein mäßiger Alkoholkonsum noch keinen Einfluss auf die Fruchtbarkeit hatte.

Fertilitätsstörungen sind in den entwickelten Ländern häufig. Etwa ein Viertel aller Paare benötigt mehr als zwölf Monate bis zur erwünschten Schwangerschaft. Gleichzeitig ist Alkohol ein beliebtes Genussmittel. In Dänemark konsumieren Frauen im gebärfähigen Alter sieben alkoholische Getränke in der Woche oder mehr, berichtet Ellen Mikkelsen von der Universität Aarhus, die der Frage nachging, ob Alkohol einen Einfluss auf Fertilitätsstörungen bei Frauen haben könnte.

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Dazu wertete sie die Daten der „SnartForaeldre.dk” (vormals www.Snart-gravid.dk) aus, einer landesweiten Befragung von Paaren mit Kinderwunsch. Von den 6.120 Frauen wurden zwei Drittel im Verlauf der Studie schwanger. Der Alkoholkonsum verminderte die Chancen auf eine Schwangerschaft erst ab einer Menge von 14 oder mehr alkoho­lischen Getränken in der Woche.

Die Empfängniswahrscheinlichkeit sank um 18 Prozent, ein vergleichsweise geringer Einfluss. Die adjustierte Rate von 0,82 war mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,60 bis 1,12 zudem nicht signifikant. Mikkelsen kann deshalb nicht sicher behaupten, dass ein hoher Alkoholkonsum eine Schwangerschaft verhindert. Da – glücklicherweise – nur 75 Frauen einen Alkoholkonsum von 14 oder mehr alkoholischen Getränken in der Woche angaben, erklärt der Alkohol nur einen geringen Teil der Fertilitätsstörungen dänischer Frauen. Mikkelsen führte hierzu keine Berechnungen durch.

Die Forscherin weist darauf hin, dass Frauen mit Kinderwunsch auf jeglichen Alkohol­konsum verzichten sollten. Es ist bekannt, dass  Alkohol dem Kind auch zu Beginn der Schwangerschaft schadet. Der Begriff fetales Alkoholsyndrom ist hier missverständlich. Die Fetalphase beginnt erst im zweiten Trimenon (etwa 24. Schwangerschaftswoche). Ein Alkoholkonsum davor während der Embryonalphase kann vermutlich noch größere Schäden anrichten, da in dieser Phase die Organe und Körperteile entstehen. Da die meisten Frauen ihre Schwangerschaft erst nach mehreren Wochen bemerken, lässt sich ein sicherer Schutz des ungeborenen Kindes nur durch eine Abstinenz erreichen. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #697854
Dr.Bayerl
am Samstag, 3. September 2016, 21:05

sehr vernünftig von Mutter Natur!

Alkohol-Embryopathie ist schon lange Nr.1
bei den sofort sichtbaren Embryopathien
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