NewsMedizinFDA-Warnung: Opioid plus Benzodiazepin kann tödlich sein
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

FDA-Warnung: Opioid plus Benzodiazepin kann tödlich sein

Freitag, 2. September 2016

Silver Spring – US-Ärzte verordnen ihren Patienten immer häufiger gleichzeitig Opioide und Benzodiazepine. Auch unter Drogenkonsumenten ist die kombinierte Einnahme beliebt. Die Folge ist eine Zunahme von Notfallaufnahmen, die die Arzneibehörde FDA jetzt zu verschärften Warnhinweisen in den Fach- und Patienteninformationen veranlasst.

Es ist seit Langem bekannt, dass die Atemdepression durch Opioide und die Sedation durch Benzodiazapine (oder andere zentral-dämpfende Substanzen) eine lebensgefährliche Kombination sind. Die Fachinformationen warnen vor der gleichzeitigen Einnahme, jedoch offenbar nicht klar genug. Laut einer Studie der FDA ist die Zahl der gleichzeitigen Verordnungen um 41 Prozent gestiegen. Im Jahr 2014 wurden 2,5 Millionen Rezepte mehr ausgestellt als 2002, wie die im American Journal of Preventive Medicine (2016; 51: 151-60) publizierten Zahlen zeigen. Die Hälfte der gleichzeitigen Verordnungen sollen am gleichen Tag vom selben Arzt erfolgt sein.

Parallel ist es zu einer Zunahme von Notfallaufnahmen und Todesfällen infolge der kombinierten Einnahme beider Wirkstoffe gekommen. Die Rate der Notfallaufnahmen von Menschen, die beide Substanzen aus nicht-medizinischen Gründen eingenommen hatten, stieg zwischen 2004 und 2011 von 11,0 auf 34,2 pro 100.000 Personen. Bei der medizinischen Verordnung beider Substanzen kam es zu einem Anstieg von 0,6 auf 1,7 pro 100.000 Personen, wie die ebenfalls im American Journal of Preventive Medicine (2015; 49: 493-501) veröffentlichten Daten zeigen. Bei einem Drittel aller Opiat-Todesfälle wurden auch Benzodiazepine im Blut gefunden.

Anzeige

Die FDA will diesen Trend jetzt umkehren, indem sie in den Fachinformationen von Benzodiazepinen und Opioiden (einschließlich von codeinhaltigen Hustenmitteln) einen umrahmten Warnhinweis vorschreibt. Betroffen sind fast 400 verschreibungspflichtige Arzneimittel. Auch in den Patienteninformationen soll ein umrahmter Warnhinweis eingefügt werden. Gewarnt werden soll auch vor der gleichzeitigen Einnahme von Opioiden und anderen zentral dämpfenden Substanzen, zu denen neben illegalen Drogen auch Alkohol gehört. © rme/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. Januar 2019
Seattle – US-Ingenieure haben eine Smartphone-App entwickelt, die bei Opiatanwendern eine Atemdepression erkennt und automatisch einen Notruf sendet. Erste Tests in einem Drogenkonsumraum und im
Smartphone erkennt Opiatüberdosierung an verminderten Atembewegungen
9. Januar 2019
Toulouse – Obwohl Botulinumtoxin Typ A („Botox“) seit einigen Jahren zur Prävention von Migräneattacken zugelassen ist, wird die Behandlung selten eingesetzt. Plastische Chirurgen werben jetzt mit
Chronische Migräne: Metaanalyse bestätigt (begrenzte) Wirksamkeit von „Botox“-Injektionen
9. Januar 2019
New Haven/Connecticut – Die Einnahme von Opioid-Schmerzmitteln erhöht das Risiko auf eine ambulant erworbene Pneumonie. Am meisten waren in einer Fall-Kontroll-Studie in JAMA Internal Medicine (2019;
Einige Opioide erhöhen Pneumonierisiko
20. Dezember 2018
Hamilton/Ontario – Die Effektivität von Opiaten in der Schmerztherapie wird von vielen Ärzten überschätzt. Bei Patienten mit chronischen Schmerzen, die nicht durch Krebserkrankungen ausgelöst werden,
Opioide bei chronischen Nichtkrebs-Schmerzen nur begrenzt wirksam
29. November 2018
Tampa – Die um sich greifende Drogenepidemie und eine zunehmende Zahl von Suiziden lassen die durchschnittliche Lebenserwartung der US-Bürger sinken. Die Lebenserwartung habe 2017 bei 78,6 Jahren
Drogenmissbrauch und steigende Suizidrate lassen Lebenserwartung in USA sinken
26. November 2018
Hannover – Suchtprävention müsste nach Ansicht von Experten schon viel früher einsetzen als bisher. Arztpraxen, Kitas oder Sportvereine sollten dabei besser einbezogen werden, heißt es in einer Studie
Suchtprävention muss früher beginnen
23. November 2018
Berlin – Der 33. Deutsche Psychotherapeutentag hat die Aufnahme der Weiterbildung Spezielle Schmerzpsychotherapie (SSPT) für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER