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Medizin

FDA-Warnung: Opioid plus Benzodiazepin kann tödlich sein

Freitag, 2. September 2016

Silver Spring – US-Ärzte verordnen ihren Patienten immer häufiger gleichzeitig Opioide und Benzodiazepine. Auch unter Drogenkonsumenten ist die kombinierte Einnahme beliebt. Die Folge ist eine Zunahme von Notfallaufnahmen, die die Arzneibehörde FDA jetzt zu verschärften Warnhinweisen in den Fach- und Patienteninformationen veranlasst.

Es ist seit Langem bekannt, dass die Atemdepression durch Opioide und die Sedation durch Benzodiazapine (oder andere zentral-dämpfende Substanzen) eine lebensgefährliche Kombination sind. Die Fachinformationen warnen vor der gleichzeitigen Einnahme, jedoch offenbar nicht klar genug. Laut einer Studie der FDA ist die Zahl der gleichzeitigen Verordnungen um 41 Prozent gestiegen. Im Jahr 2014 wurden 2,5 Millionen Rezepte mehr ausgestellt als 2002, wie die im American Journal of Preventive Medicine (2016; 51: 151-60) publizierten Zahlen zeigen. Die Hälfte der gleichzeitigen Verordnungen sollen am gleichen Tag vom selben Arzt erfolgt sein.

Parallel ist es zu einer Zunahme von Notfallaufnahmen und Todesfällen infolge der kombinierten Einnahme beider Wirkstoffe gekommen. Die Rate der Notfallaufnahmen von Menschen, die beide Substanzen aus nicht-medizinischen Gründen eingenommen hatten, stieg zwischen 2004 und 2011 von 11,0 auf 34,2 pro 100.000 Personen. Bei der medizinischen Verordnung beider Substanzen kam es zu einem Anstieg von 0,6 auf 1,7 pro 100.000 Personen, wie die ebenfalls im American Journal of Preventive Medicine (2015; 49: 493-501) veröffentlichten Daten zeigen. Bei einem Drittel aller Opiat-Todesfälle wurden auch Benzodiazepine im Blut gefunden.

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Die FDA will diesen Trend jetzt umkehren, indem sie in den Fachinformationen von Benzodiazepinen und Opioiden (einschließlich von codeinhaltigen Hustenmitteln) einen umrahmten Warnhinweis vorschreibt. Betroffen sind fast 400 verschreibungspflichtige Arzneimittel. Auch in den Patienteninformationen soll ein umrahmter Warnhinweis eingefügt werden. Gewarnt werden soll auch vor der gleichzeitigen Einnahme von Opioiden und anderen zentral dämpfenden Substanzen, zu denen neben illegalen Drogen auch Alkohol gehört. © rme/aerzteblatt.de

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