Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

FDA verbietet antibakterielle Seifen für Verbraucher

Sonntag, 4. September 2016

Silber Spring – Seifen, denen zur vermeintlichen Vorbeugung von Infektionen Triclosan oder Triclocarban zugesetzt sind, dürfen in den USA bald nicht mehr an Verbraucher verkauft werden. Dies entschied jetzt die Azrneibehörde FDA, nachdem die Hersteller es versäumt haben, die antibakterielle Wirkung und Sicherheit in Studien zu belegen. Die Entscheidung der Behörde ist bindend. Die Hersteller haben ein Jahr Zeit, die Produkte vom Markt zu nehmen oder deren Zusammensetzung zu ändern.

Viele Hersteller hatten ihren Reinigungsprodukten in den letzten Jahren Triclosan (für feste Seifen) oder Triclocarban (für flüssige Seifen) zugesetzt, um sie als „antibakteriell“ oder „antimikrobiell“ verkaufen zu können.

Dem häufigen Einsatz in Seifen stand nicht nur ein Mangel an Belegen zur Wirksamkeit im Verbraucherbereich gegenüber. In den letzten Jahren wurden auch Bedenken geäußert, dass Triclosan aufgrund einer hormonartigen Wirkung („endokriner Disruptor“) bereits in kleinen Mengen gesundheitliche Schäden verursacht (vom negativen Einfluss auf die Umwelt ganz zu schweigen). Außerdem besteht der Verdacht, dass der ungezielte Einsatz von Triclosan die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen fördert.

Dies veranlasste die FDA im Jahr 2013 zu einer Sicherheitsprüfung, an deren Ende die Forderung an die Hersteller stand, die Wirksamkeit und Sicherheit ihrer Produkte zu belegen oder diese vom Markt zu nehmen. Viele Hersteller haben die Zusammen­setzung ihrer Produkte bereits verändert. Triclosan wurde durch andere Substanzen ersetzt, deren Wirksamkeit zwar ebenfalls nicht nachgewiesen ist, die aber nicht Teil der Sicherheitsprüfung sind.

Die Proteste des Herstellerverbandes „American Cleaning Institute“ halten sich deshalb in Grenzen. Er begnügte sich auf die Ankündigung, bis zum nächsten Jahr Belege für drei weitere Antiseptika vorzulegen. Benzalkoniumchlorid, Benzethoniumchlorid und Chloroxylenol, die in vielen Haushaltsmitteln enthalten sind, sind ebenfalls vom Verbot bedroht. Die FDA hat den Herstellern jedoch noch eine Frist von einem Jahr ein­geräumt, in der sie die Unbedenklichkeit dieser Substanzen belegen müssen. © rme/aerzteblatt.de

Anzeige
Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Nachrichten zum Thema

21.07.17
84 Prozent der Kliniken nutzen Hygienesonder­programm
Berlin – 1.275 Krankenhäuser in Deutschland haben seit dem Jahr 2013 Fördermittel aus dem Hygienesonderprogramm in Anspruch genommen. Das sind rund 84 Prozent der 1.522 antragsberechtigten Kliniken.......
20.07.17
Keimschleuder Küchenschwamm: Bakterien­konzentration erreicht Level von Fäkalproben
Gießen – Küchenschwämme beherbergen ein Mikrobiom bestehend aus mehr als 360 verschiedene Arten von Bakterien. Unter den häufigsten Erregern befinden sich auch solche, die potenziell pathogen sind,......
17.07.17
Quelle für weltweite Infektionen nach Herz-OPs gefunden
Freiburg/Zürich/Borstel – Wissenschaftler eines europäischen Konsortiums konnten die Quelle von mehr als 30 Infektionen mit Mycobacterium-chimaera-Bakterien nach Herzoperationen aufklären. Verursacher......
07.07.17
Unnötige Trennung von septischen und aseptischen Operationsbereichen
Köln – Noch immer gilt in Krankenhäusern in Deutschland regelhaft die räumliche Trennung von aseptischen und septischen Operationsbereichen, wie sie auch vom Unfallversicherungsträger der......
29.05.17
Wie Bakterien Klinikneubauten erobern
Chicago – Kliniken sind Ökosysteme, zu deren Bewohnern nicht nur Personal, Patienten und ihre Besucher gehören, sondern auch die vielen Bakterien, die Körperoberflächen und -höhlen besiedeln. Das......
05.05.17
„Feedback ist essenziell, wenn sich Verhalten ändern soll“
Berlin – Trotz eines hohen Hygiene-Standards in Deutschland gibt es bei Ärzten und Pflegekräfte immer noch Defizite. Daran will auch der heutige Internationale Tag der Handhygiene erinnern und......
04.05.17
Rahmenbedingungen für die Händehygiene verbessern
Berlin/Frankfurt/Köln – Anlässlich des Internationalen Tages der Händehygiene haben Gesundheitsexperten die hohe Bedeutung von Hygienemaßnahmen für das Gesundheitssystem unterstrichen. Das......

Fachgebiet

Anzeige

Themen suchen

A
Ä
B
C
D
E
F
G
H
I
K
L
M
N
O
Ö
P
Q
R
S
T
U
Ü
V
W
Y
Z
Suchen

Weitere...

Login

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort

newsletter.aerzteblatt.de

Newsletter

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterher zu rennen: Der tagesaktuelle Newsletter

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Anzeige