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Politik

Grüne fordern bezahlte Dolmetscher für kranke Flüchtlinge

Montag, 5. September 2016

/dpa

Berlin – Die Grünen fordern eine gesetzliche Regelung der Erstattung von Dolmetscher­kosten für die medizinische Behandlung von Flüchtlingen. „Wer Integration ernst nimmt, der darf sie nicht schon an der gesundheitlichen Versorgung scheitern lassen“, sagte Ma­ria Klein-Schmeink, gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfrak­ti­on, dem Tagesspiegel. Insbesondere für psychisch kranke und traumatisierte Flücht­linge sei es „ausgesprochen wichtig, dass die Kosten für Dolmetscher, ohne die kaum eine The­rapie möglich ist, verlässlich abgedeckt sind“.

In ihrer Not kämen kranke Asylbewerber oft mit ihren Kindern in Arztpraxen, weil diese we­nigstens rudimentär über Deutsch- oder Englischkenntnisse verfügten. Dadurch über­fordere man die Minderjährigen jedoch. Außerdem gerieten dadurch beide Seiten in eine „unwürdige Situation“. Bisher ist den gesetzlichen Versicherern eine Kosten­übernahme für Fremdsprachendolmetscher nicht möglich. Lediglich Menschen mit Hör- und Sprach­be­­hinderungen sind von Behörden oder anderen Leistungsträgern der Sozialhilfe Kommunikationshilfen zu finanzieren.

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Für Fremdsprachendolmetscher bei Ärzten und Psychotherapeuten bedürfe es „einer ausdrücklichen gesetzlichen Grundlage“, sagte der Sprecher des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen, Florian Lanz. „Es liegt in der Verantwortung des Gesetz­ge­bers zu entscheiden, ob die Kosten übernommen werden sollen. Wenn, dann sehen wir hier eine staatliche Aufgabe und keine der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung.“ © kna/aerzteblatt.de

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