NewsMedizinLängere Sportpause verschlechtert Durchblutung im Hippocampus
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Längere Sportpause verschlechtert Durchblutung im Hippocampus

Dienstag, 6. September 2016

/dpa

College Park – Sportler im mittleren bis hohen Alter zeigen bei einer längeren Sport­pau­se eine Verschlechterung ihrer Hippocampusdurchblutung. In Frontiers in Aging Neuro­science berichtet die Arbeitsgruppe von Carson Smith von der University of Maryland School of Public Health über entsprechende Ergebnisse (2016; doi: 10.3389/fnagi.2016.00184).

Kardiovaskuläre Fitness ist ein wichtiger Faktor, um das Demenzrisiko zu senken. Wer Sport treibt, verbessert die Durchblutung in seinem Hippocampus und fördert die Neuro­genese in diesem Hirnareal. Unklar ist jedoch, wie beständig diese Verände­rungen sind, wenn Sportler eine Pause von ihrem Training machen. Wer regelmäßig Ausdauersport treibt, weiß, wie schnell die körperliche Leistung sinkt. Selbiges könnte auch für die kog­ni­tiven Effekte eines Ausdauertrainings gelten, mutmaßten die Forscher.

Anzeige

Für ihre Studie rekrutierten die Forscher überdurchschnittlich fitte Läufer, die zwischen 50 und 80 Jahren alt waren. Die Teilnehmer mussten mindestens seit 15 Jahren regel­mä­ßig Ausdauersport machen. Außerdem mussten sie mindestens vier Stunden pro Woche trainieren und aktive Wettkämpfer sein.

Die Forscher maßen die Hirndurchblutung der Probanden über perfusionsgewichtete MRT-Aufnahmen. Die Teilnehmer durften zwölf Stunden vor dem ersten Scan keinen Sport treiben. Nach diesem Baselinescan folgte eine zehntägige Sportpause, nach wel­cher die Sportler wieder einen MRT-Scan machten.

Die Forscher stellten fest, dass sich bei den Teilnehmern eine signifikante Reduktion der Hirndurchblutung in insgesamt acht Hirnarealen zeigte. Hierzu gehörte der inferiore tem­po­rale Gyrus, der fusiforme Gyrus, der inferiore Parietallappen, die Kleinhirntonsillen, der linguale Gyrus, der Precuneus und beide Kleinhirnhemisphären. Zusätzlich redu­zier­te sich die Durchblutung beider Hippocampi.

Wenn auch die abnehmende Durchblutung keinerlei kognitive Konsequenzen für die Teil­nehmer hatte, sprechen die Ergebnisse dafür, dass das Gehirn sehr sensitiv auf Ver­än­de­rungen der Sportgewohnheiten reagiert, resümieren die Forscher. © hil/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

9. September 2020
Sogndal/Oslo – Beta-2-Agonisten können die Sprint- und Kraftleistung von Athleten, die nicht an Asthma leiden, steigern. Das berichten norwegische Wissenschaftler im British Journal of Sports Medicine
Asthmamedikament steigert Leistungsfähigkeit von Sportlern
12. August 2020
Heidelberg – Eine neu aufgelegte App soll Patienten mit einer Diagnose von Brust-, Darm- oder Prostatakrebs bei der Nachsorge unterstützen. Dazu hilft sie bei der Organisation von Arztterminen,
App unterstützt Krebspatienten bei Nachsorge und Sport
23. Juli 2020
Bonn – Die Arbeitsgruppe Sporternährung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat in einem neuen Positionspapier zusammengefasst, wieviel Protein Sportler benötigen und wie sie es aufnehmen
Sportler brauchen keine Proteinpräparate
22. Juli 2020
Berlin – Profi-Fußballer haben offenbar ein geringeres Risiko, wegen bestimmter psychischer Störungen stationär behandelt werden zu müssen als die Durchschnittsbevölkerung. Das ergabe eine
Profi-Fußballer haben geringeres Risiko für psychische Störungen
11. Juni 2020
Berlin – Nur neun Prozent der von angeborenen Herzfehlern betroffenen Kinder und Jugendlichen treiben täglich eine Stunde Sport. Bei den Herzkindern mit schweren angeborenen Herzfehlern sind es nur
Kompetenznetz: Ärzte beraten herzkranke Kinder „übervorsichtig“
10. Juni 2020
Alberta – Moderates aerobes Training kann bei älteren Erwachsenen bereits nach 6 Monaten die Hirnleistung verbessern. Das berichten Wissenschaftler um Marc Poulin von der Cumming School of Medicine an
Neue Belege für den Nutzen körperlicher Aktivität auf die Hirnleistung
1. April 2020
Frankfurt – Steht der aktive Sport im Mittelpunkt des Berufslebens oder der Ausbildung, sind Schmerzen häufig ein ständiger Begleiter. Dies zeigt eine Studie, die an der Goethe-Universität Frankfurt
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER