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Sachsen-Anhalt: Jeder vierte ausländische Arzt fällt bei Sprachtest durch

Dienstag, 6. September 2016

Magdeburg – Bei Sprachtests für ausländische Ärzte fällt in Sachsen-Anhalt jeder vierte Prüfling durch. Seit dem Start Anfang 2015 habe es 280 Prüfungen gegeben, davon 40 Wiederholungen, teilte die Ärztekammer des Landes auf Anfrage mit. Die Durch­­­­­fallquote liegt bei etwa 25 Prozent, in den Wiederholungsprüfungen ist diese laut Kammer höher.

Am häufigsten scheitern die Mediziner daran, schriftliche Untersuchungsbefunde und einen Arztbrief zu verstehen. Zudem sei das Verstehen zwei- und dreistelliger Zahlen ein Problem – Sprachschulen arbeiteten aber inzwischen verstärkt daran, sodass es kein häufiger Grund fürs Durchfallen ist.

Der neue Deutschtest für ausländische Ärzte war zum Jahresbeginn 2015 eingeführt worden. Ziel war, die Sprachkenntnisse ausländischer Ärzte genauer zu prüfen. Bis zu den neuen Tests mussten die Mediziner vor ihrer Zulassung nur ein gewisses Sprach­ni­veau nachweisen.

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Die Tendenz bei den Sprachtests ist laut Ärztekammer steigend. „Wir erwarten etwa 50 Prüfungen pro Quartal. Im zweiten Quartal fanden 90 Prüfungen für Prüflinge aus and­e­ren Bundesländern statt, da dort die Wartezeiten sehr lang sind.“

Mit 42 Prozent kämen die meisten Antragsteller aus Asien, rund 30 Prozent stammten aus dem arabisch sprechenden Raum, darunter gut 15 Prozent aus Syrien. Insgesamt 50 Herkunftsländer hat die Ärztekammer bei den Kandidaten gezählt. Die größten nicht-arabischen Gruppen seien Ukrainer, Rumänen, Serben und Inder mit je sechs Prozent der Prüfungen.

Der Deutsch-Sprachtest wird an der Universität Halle abgelegt und ist praktisch orien­tiert. Es gibt ein Arzt-Patienten-Gespräch mit inzwischen 30 unterschiedlichen Rollen. Sie seien nochmals aufgestockt worden, damit Prüflinge andere Kandidaten nicht so leicht über die Inhalte informieren können. Zudem fragten die Schauspieler im Gespräch ge­ziel­ter nach, um das „Abspulen“ von auswendig gelernten Gesprächen zu verhindern. Zudem müssten die Prüflinge einen Anamnesebogen auffüllen, einen Arztbrief verstehen und einen fiktiven Anruf von einem Labor entgegennehmen und Laborwerte ent­gegen­nehmen. Außerdem müssen sie ein Arzt-Arzt-Gespräch führen. „Die Sprachprüfung sichert, dass auch medizinische Fachsprache verstanden und artikuliert werden kann, was vor dem Sprachtest nicht garantiert war“, teilte die Ärztekammer weiter mit.

Angaben der Kammer zufolge waren im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt 960 aus­ländische Ärzte berufstätig. Die Zahl ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, 2005 waren es noch 439 gewesen. Die Mehrzahl von ihnen sei in Krankenhäusern oder medizinischen Versorgungszentren angestellt. In eigener Praxis arbeiten den An­ga­ben zufolge sehr wenige Ärzte, die in der Regel bereits sehr lange in Deutschland lebten. © dpa/aerzteblatt.de

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