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Medizin

Studie: Orale Kontrazeptiva senken weltweit Todesfälle am Ovarialkarzinom

Dienstag, 6. September 2016

dpa

Mailand – Die Zahl der Todesfälle am Ovarialkarzinom ist weltweit gesunken und der Trend wird sich laut einer Studie in den Annals of Oncology (2016; doi: 10.1093/annonc/mdw306) in den meisten Ländern weiter fortsetzen. Ein Grund könnte die Verwendung von oralen Kontrazeptiva sein.

Neben Multiparität, Stillen und überraschenderweise auch der Tubenligatur gehören orale Kontrazeptiva zu den Faktoren, die vor einem Ovarialkarzinom schützen, an dem in den westlichen Ländern etwa eine von 70 Frauen im Verlauf des Lebens erkrankt und das aufgrund der späten Diagnose meist tödlich endet. Da die anderen Schutzfaktoren nicht häufiger geworden sind, vermutet Carlo La Vecchia von der Universität Mailand, dass die vor allem in den westlichen Ländern verbreiteten oralen Kontrazeptiva für den Rückgang der Todesfälle am Ovarialkarzinom verantwortlich sind, zu dem es in den meisten Ländern gekommen ist.

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Die auf Daten der Weltgesundheitsorganisation beruhenden Analysen zeigen, dass in den 28 Ländern der EU (außer Zypern, wo keine Daten verfügbar sind) die Sterberate im Jahrzehnt zwischen 2002 und 2012 um 10 Prozent von 5,76 auf 5,19 pro 100.000 Frauen und Jahr zurückgegangen ist. Dabei gibt es aber Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern.

In Nordeuropa, wo die „Pille“ von Frauen rasch zur Kontrazeption angenommen wurde, ist die Sterberate deutlich gesunken: In Schweden und Dänemark minus 24 Prozent, in Großbritannien minus 22 Prozent, in Österreich minus 18 Prozent. Für Deutschland liegen keine Zahlen vor.

In Südeuropa, wo die oralen Kontrazeptiva später eingeführt wurden, ist der Rückgang geringer ausgefallen. Dort war die Sterberate jedoch früher deutlich niedriger. In Portugal betrug sie 1979 nur 3,6/100.000/Jahr gegenüber 9,3/100.000/Jahr in Dänemark. Im Ergebnis haben sich die Sterberaten zwischen Süd- und Nordeuropa in den letzten Jahrzehnten etwas angeglichen.

In Osteuropa ist die Situation unterschiedlich. In Estland kam es zu einem Rückgang um 28 Prozent, in Ungarn dagegen nur um 0,6 Prozent. Bulgarien ist das einzige europäische Land mit einer Zunahme der Todesfälle am Ovarialkarzinom.

In den USA betrug der Rückgang 16 Prozent von 5,76 auf 4,85/100.000/Jahr. Im Nachbarland Kanada ging die Sterberate nur 8 Prozent zurück, in Australien und Neuseeland jeweils um 12 Prozent. In Japan, wo das Ovarialkarzinom früher deutlich seltener war als in den USA und Nordeuropa, ist die Sterberate nur leicht um 2 Prozent von 3,3 auf 3,28/100.000/Jahr gesunken. La Vecchia führt dies darauf zurück, dass orale Kontrazeptiva bei japanischen Frauen lange unbeliebt waren.

Wenn sich der Trend fortsetzt, könnten die Todesfälle am Ovarialkarzinom bis 2020 in den USA noch einmal um 15 Prozent und in der EU und in Japan um 10 Prozent sinken. Nur in Spanien könnte es nach der Prognose von La Vecchia einen leichten Anstieg von 3,7 auf 3,9/100.000/Jahr geben. © rme/aerzteblatt.de

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