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Nierensteine: Neue Methode reduziert Rückfallrisiko nach endoskopischem Eingriff

Donnerstag, 8. September 2016

Nierensteintrümmer entfernt mit Hilfe des mediNiK Systems / IFAM

Bremen/Freiburg – Bei mehr als jedem zweiten Patienten mit Nierensteinen bleiben nach einer endoskopischen Lasertherapie oder Stoßwellentherapie Steinreste zurück. Diese können sich erneut zu Nierensteinen vergrößern. Forscher des Frauenhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM) in Bremen haben mit Urologen der Universitätsklinik Freiburg einen Klebstoff entwickelt, der diese Reste entfernt.

Der medizinische Klebstoff besteht aus zwei Komponenten. Die erste umschließt die Steinreste und die zweite härtet das System zu einer gummiartigen Masse aus. „Diese Masse ist elastisch genug, um sie aus der Niere herauszuziehen“, erläuert Ingo Grunwald, Leiter des Projekts mediNIK. In einem ersten Test ermöglichte der Klebstoff, alle Steinreste aus einer Schweineniere vom Schlachthof in einem selber entwickelten Demonstrator ex vivo zu entfernen. Die Ergebnisse wurden im Journal of Urology publiziert (doi: 10.1016/j.juro.2016.05.094). Auch im Schweine-Tiermodell (n= 4) untersuchten die Forscher den Klebstoff bereits mit Erfolg, wie Grunwald auf Anfrage mitteilt. Vier weitere Tiere wurden beantragt.

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Dabei bindet der Klebstoff selektiv an Nierensteinreste, ohne am Nierengewebe oder am Endoskop festzukleben. „Der Klebstoff ist vollkommen biokompatibel und sogar essbar, wenn auch geschmacklich wenig kulinarisch“, berichtet Grunwald. Er besteht aus Polysacchariden.

Das Team um Grunewald arbeitet an einer Zulassung der Entwicklung als Medizin­produkt. Der Forscher vom Frauenhofer IFAM schätzt, dass die Methode etwa in zwei Jahren zum Einsatz beim Patienten kommen kann. In vier bis fünf Jahren soll sie marktreif sein.

Etwa 400.000 Menschen unterziehen sich jährlich einem endoskopischen Eingriff, um Nierensteine mit einem Laser zu zertrümmern und anschließend zu entfernen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt die Forscher aus Bremen und Freiburg. © gie/aerzteblatt.de

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