NewsÄrzteschaftViele Missverständnisse beim Thema Kinder-Reha
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Viele Missverständnisse beim Thema Kinder-Reha

Mittwoch, 7. September 2016

Halle – Über Missverständnisse beim Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin in die Kinder-Rehabilitation berichten Wissenschaftler der Universität Halle. „Ärzte und Gut­achter stimmen in fachlichen Fragen wie etwa der Einschätzung eines Reha-Bedarf häu­fig überein. Es fehlt ihnen jedoch eine gemeinsame Sprache, um sich zu verstän­digen“, meint die Reha-Wissenschaftlerin Nadine Schumann aus dem Institut für medizinische Soziologie der Universität.

Gefördert von der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland hat sie 49 nieder­ge­lassene Pädiater in Einzelinterviews oder in sogenannten Fokusgruppen befragt. Die Ergebnisse zeigen laut Schumann, wie schwer eine Verständigung über die Sektoren­gren­­zen hinaus ist. „Die niedergelassenen Ärzte sind unsicher, wie sie den Rehabedarf von Kindern und Jugendlichen richtig einschätzen und dokumentieren können. Auch ver­stehen sie nicht, warum der Reha-Träger die eine Maßnahme ablehnt, eine andere je­doch genehmigt“, erläutert sie ihre Ergebnisse.

Anzeige

Insbesondere die Standardsätze in den Ablehnungsbescheiden von Reha-Trägern tra­gen offenbar zur Verwirrung bei: „Die üblichen Formeln klären den Arzt nicht auf. Viele Ärzte erleben die Beantragung und Antragsentscheidung als undurchsichtig und will­kür­lich“, so Schumann. Sie fordert daher, die Formulare zu überarbeiten. Bei der Abfrage des wichtigen Reha-Ziels beispielsweise sei Platz für nur etwa drei Begriffe vorgesehen. Dies lade den Kinderarzt nicht ein, den Befund sozialmedizinisch umfassend darzulegen, so die Wissenschaftlerin.

Viele Ärzte erlebten das Verfahren außerdem als bürokratisch und zeitaufwendig. „Die Antragszahlen in der Kinder- und Jugendrehabilitation entsprechen nicht immer dem tatsächlichen Bedarf“, sagte Ina Ueberschär, stellvertretende Geschäftsführerin und lei­ten­de Ärztin bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland. Kinder- und Ju­gend­ärzte seien wichtige Lotsen im System, um dies zu ändern, appelliert sie an die Me­di­ziner. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

18. September 2020
Berlin – Der Bundesrat befasste sich heute abschließend mit dem Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz und billigte das Gesetz, welches im Verlaufe des parlamentarischen Verfahrens
Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz vom Bundesrat gebilligt
1. September 2020
Berlin – Die Bundesregierung will die Zulassung von Rehabilitationseinrichtungen sowie die Festlegung der von den Träger der Rentenversicherung zu zahlenden Vergütung neu regeln. Das geht aus dem
Reha: Bundesregierung will Zulassung und Vergütung neu regeln
1. September 2020
Düsseldorf/Wiehl – Wenn Bewohner einer stationären Pflegeeinrichtung eine Rehabilitation erhalten, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie wieder in ihr Zuhause entlassen werden können. Zudem sparen
Nach einer Reha im Pflegeheim können viele Bewohner nach Hause zurückkehren
19. August 2020
Speyer/Mainz – Die Zahl der Reha-Anträge bei der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz (DRV) ist 2019 erneut gestiegen. 55.180 Menschen stellten einen Antrag, das waren 3,5 Prozent mehr als im
Erneut mehr Reha-Anträge bei der Rentenversicherung
6. Juli 2020
Dresden – Während einer stufenweisen Wiedereingliederung muss die Krankenkasse einem Arbeitnehmer auch dessen Kosten für die Fahrt zum Arbeitsplatz erstatten. Das geht aus einem Urteil hervor, das das
Krankenkasse muss bei Wiedereingliederung Fahrtkosten tragen
3. Juli 2020
Berlin – Das umstrittene Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (IPReG) ist gestern im Bundestag mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen von Union und SPD beschlossen worden. Dem
Bundestag beschließt Intensivpflegegesetz – die Kritik bleibt
3. Juli 2020
Berlin – Missstände bei der Versorgung von Schwerverletzten kritisiert die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Der Fachgesellschaft geht es dabei um die Rehabilitation nach der Versorgung
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER