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Ärzteschaft

Viele Missverständnisse beim Thema Kinder-Reha

Mittwoch, 7. September 2016

Halle – Über Missverständnisse beim Übergang von der Kinder- und Jugendmedizin in die Kinder-Rehabilitation berichten Wissenschaftler der Universität Halle. „Ärzte und Gut­achter stimmen in fachlichen Fragen wie etwa der Einschätzung eines Reha-Bedarf häu­fig überein. Es fehlt ihnen jedoch eine gemeinsame Sprache, um sich zu verstän­digen“, meint die Reha-Wissenschaftlerin Nadine Schumann aus dem Institut für medizinische Soziologie der Universität.

Gefördert von der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland hat sie 49 nieder­ge­lassene Pädiater in Einzelinterviews oder in sogenannten Fokusgruppen befragt. Die Ergebnisse zeigen laut Schumann, wie schwer eine Verständigung über die Sektoren­gren­­zen hinaus ist. „Die niedergelassenen Ärzte sind unsicher, wie sie den Rehabedarf von Kindern und Jugendlichen richtig einschätzen und dokumentieren können. Auch ver­stehen sie nicht, warum der Reha-Träger die eine Maßnahme ablehnt, eine andere je­doch genehmigt“, erläutert sie ihre Ergebnisse.

Insbesondere die Standardsätze in den Ablehnungsbescheiden von Reha-Trägern tra­gen offenbar zur Verwirrung bei: „Die üblichen Formeln klären den Arzt nicht auf. Viele Ärzte erleben die Beantragung und Antragsentscheidung als undurchsichtig und will­kür­lich“, so Schumann. Sie fordert daher, die Formulare zu überarbeiten. Bei der Abfrage des wichtigen Reha-Ziels beispielsweise sei Platz für nur etwa drei Begriffe vorgesehen. Dies lade den Kinderarzt nicht ein, den Befund sozialmedizinisch umfassend darzulegen, so die Wissenschaftlerin.

Viele Ärzte erlebten das Verfahren außerdem als bürokratisch und zeitaufwendig. „Die Antragszahlen in der Kinder- und Jugendrehabilitation entsprechen nicht immer dem tatsächlichen Bedarf“, sagte Ina Ueberschär, stellvertretende Geschäftsführerin und lei­ten­de Ärztin bei der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland. Kinder- und Ju­gend­ärzte seien wichtige Lotsen im System, um dies zu ändern, appelliert sie an die Me­di­ziner. © hil/aerzteblatt.de

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