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Ärzteschaft

Ärzte fordern angemessene Vergütung für Medikationsplan

Donnerstag, 8. September 2016

Düsseldorf/Berlin – Ab Oktober haben alle Patienten in Deutschland, die gleichzeitig min­destens drei verordnete Medikamente einnehmen beziehungsweise anwenden, An­spruch auf einen für sie verständlichen Medikationsplan. Über diesen Anspruch müssen Ärzte ihre Patienten informieren. Der Plan soll neben verordnungsfähigen Arzneimitteln auch die sogenannten OTC-Präparate aufführen. So sieht es das E-Health-Gesetz vor. Die Pläne sind zunächst papiergebunden. Künftig sollen sie auf der elektronischen Ge­sundheitskarte gespeichert werden.

„Wir unterstützen den Gesetzgeber ausdrücklich in dem Anliegen, Transparenz in der Arz­neimitteltherapie zu schaffen“, hieß es aus dem Hausärzteverband Nordrhein. Aber die Information der Patienten, die Koordination und die verwaltungstechnische Abwick­lung brauchten viel Zeit und beträfen das gesamte Praxispersonal. „Es handelt sich hier­bei um neue Leistungen im Rahmen der hausärztlichen Versorgung. Diese Leistungen müssen adäquat vergütet werden“, stellte der Verband klar.

Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass der Plan für die Praxen einen großen Aufwand bedeutet, der auch angemessen be­zahlt werden müsse. „Wenn der Medikationsplan die Sicherheit der Arzneimittel­thera­pie er­höhen soll, muss er umfassend und verantwortungsvoll erstellt werden“, sagte die stell­vertretende KBV-Vorstandsvorsitzende Regina Feldmann.

Dafür müssten die Ärzte auch die Medikamente erfragen und dokumentieren, die die Patienten sich in der Apotheke ge­kauft oder die andere Ärzte verordnet hätten. Zudem sollten die Patienten zu den Prä­pa­raten aufgeklärt und beraten werden. „Für diese völlig neue Leistung müssen die Kran­kenkassen Geld in die Hand nehmen“, forderte Feldmann.

Im Augenblick diskutieren KBV und GKV-Spitzenverband noch über das Honorar für die­se Leistung. Sollten sie sich in dieser und der kommenden Woche nicht einigen, wird das Honorar für die Leistungen im Zusammenhang mit dem Medikationsplan den Erweiterten Bewertungsausschuss beschäftigen, der am 21. September zusammenkommt. © hil/aerzteblatt.de

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