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Bessere Versorgung todkranker Menschen auf dem Land gefordert

Freitag, 9. September 2016

Leipzig – Eine bessere medizinische Versorgung todkranker Menschen in ländlichen Re­gi­onen haben Experten gefordert. Dort sei eine palliative Begleitung auf hohem Niveau bislang oft nur schwer zu leisten, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebs­hilfe, Gerd Nettekoven, gestern in Leipzig. Solche „Versorgungslücken“ müssten ge­schlossen werden, betonte er zum Auftakt des 11. Kongresses der Deutschen Gesell­schaft für Palliativmedizin.

Nettekoven würdigte zugleich das 2015 vom Bundestag verabschiedete Hospiz- und Palliativgesetz. Es sei „ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung“. Jetzt sei es not­wen­dig, das Gesetz mit dem Ziel einer flächendeckenden palliativmedizinischen Versorgung umzusetzen. Der Bedarf dafür werde bei einer immer älter werdenden Bevölkerung wei­ter steigen.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, Lukas Rad­bruch, erklärte, eine gute Versorgung todkranker Menschen müsse „frühzeitig, multipro­fessionell, ver­netzt und für alle leicht zugänglich sein“. „Hospizarbeit und Palliativversorgung sind ge­fordert, in engem Miteinander Schnittstellen zu überbrücken und neue Aufgabenfelder zu erschließen“, erklärte Andreas Müller, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden.

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Er betonte, es gehe nicht vorrangig darum, ein angemessenes Konzept für bestimmte Altersgruppen oder Erkrankungen zu entwickeln, sondern darum, den einzelnen schwer­kranken Menschen mit seinem Bedarf an Symptomlinderung, aber auch mit seinen psy­cho­sozialen und spirituellen Bedürfnissen in den Mittelpunkt zu stellen. Mit dieser Haltung könnten Kinder ebenso wie hochbetagte Menschen behandelt und gemeinsam mit den ihnen nahestehenden Menschen begleitet werden.

Müller räumte ein, dass dies in Kliniken und Praxisabläufen oft nur schwer geleistet wer­den kann. Dringend erforderlich sei daher eine aktive Koordination und Abstimmung etwa zwischen ambulanter und stationärer, allgemeiner und spezialisierter Versorgung, fach- und allgemeinärztlicher Behandlung, Hospizarbeit und Palliativversorgung, Haupt- und Ehrenamt. © kna/may/aerzteblatt.de

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