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Medizin

CAR-T-Zelltherapie bei fortgeschrittenem Lymphom effektiv

Freitag, 9. September 2016

T-Zellen dpa

Seattle – Die CAR-T-Zelltherapie, ein vielversprechender neuer Ansatz der Krebs­immuntherapie, hat in einer ersten klinischen Studie bei Patienten mit fortgeschrittenem Non-Hodgkin-Lymphom Remissionen erzielt. Der Erfolg der Therapie hing von der richtigen „Mischung“ der CAR T-Zellen ab und wurde laut der Studie in Science Translational Medicine (2016; 8: 355ra116) durch eine vorherige intensivierte Lymphodepletion verbessert.

Non-Hodgkin-Lymphome leiten sich zumeist von B-Zellen ab, die auf ihrer Oberfläche das Protein CD19 tragen. CD19 ist deshalb ein möglicher Angriffspunkt von Krebs­therapien. Bei der CAR T-Zelltherapie werden den Patienten T-Zellen aus dem Blut entnommen und im Labor mit einem chimären Antigenrezeptor (CAR) versehen, der das Erkennen von CD19 erleichtern und den Angriff auf die Zellen verstärken soll. Die Therapie wurde zunächst für B-Zell-Leukämien entwickelt. Da aber auch Non-Hodgkin-Lymphome aus B-Zellen bestehen, wird die Therapie auch für diese schwer behandelbaren Lymphome erprobt. 

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Die ersten Versuche verliefen jedoch enttäuschend, wofür es nach Einschätzung von Forschern am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle zwei Gründe gab. Zum einen hängt der Erfolg einer Krebsimmuntherapie vom richtigen Verhältnis von CD4- und CD8-Zellen ab. Die ersten unterstützen als T-Helferzellen den Immunangriff auf die Krebszelle, die zweiten verhindern als regulatorische Zellen eine Überreaktion des Immunsystems. Der zweite Grund für ein Versagen der CAR-T-Zelltherapie liegt im Aufbau des chimären Antigenrezeptors. Da er Bestandteile eines Mäuse-Antikörpers enthält, wird er selbst schnell zum Angriffspunkt des Immunsystems.

Cameron Turtle und Mitarbeiter vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle scheinen jedoch das richtige Rezept gefunden zu haben. Es besteht aus einem CD4/CD8-Zellen Verhältnis von eins zu eins und einer Vorbehandlung der Patienten mit Fludarabin. Das Zytostatikum vernichtet die Abwehrzellen des Patienten, was die Überlebenschancen der CAR-T-Zellen erhöht.

Die ersten Behandlungen im Rahmen einer laufenden Phase 1-Studie geben den Forschern recht. Bei neun von elf Patienten mit fortgeschrittenem Non-Hodgkin-Lymphom wurde eine Remission erzielt, die bei sieben Patienten komplett war. Die Behandlung scheint außerdem gut verträglich zu sein. Nur bei einem Patienten kam es zu einem schweren Zytokin-Release-Syndrom. Eine schwere Neurotoxizität trat bei zwei Patienten auf. 

Ob die Behandlung die Überlebenschancen der Patienten verbessert, wird sich nach dem Abschluss der Phase 1-Studie zeigen, an der insgesamt 169 Patienten mit Non-Hodgkin-Lymphom und B-Zell-Leukämie teilnehmen.

© rme/aerzteblatt.de

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