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Umfrage: Deutsche sehen Zuckersteuer skeptisch

Montag, 12. September 2016

/dpa

Berlin – Eine Sondersteuer auf Lebensmittel mit besonders viel Zucker stößt bei den Deut­schen laut einer Umfrage auf Skepsis. Einen solchen Preisaufschlag für stark ge­süßte Produkte lehnen 51 Prozent der Menschen in Deutschland eher oder komplett ab, wie eine Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov ergab. Voll und ganz oder eher befürworten würden dies 40 Prozent. Bei stark gezuckerten Getränken wären 44 Prozent tendenziell für eine Steuer und 49 Prozent dagegen.

Großbritannien will 2018 eine Zuckersteuer einführen, um stark gesüßte Getränke für Käufer unattraktiver zu machen. Sie soll ab fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter greifen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch befürwortet ein ähnliches Modell für Deutsch­land – mit Abgaben von 20 bis 30 Cent pro Liter. Ärzte verschiedener Fachrichtungen, darunter der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte und die Deutsche Diabetes Gesellschaft, hatten daraufhin Konsequenzen gefordert. Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) lehnt solche Zuckersteuern ab.

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Die Welt­gesund­heits­organi­sation WHO empfiehlt im Mittel nicht mehr als sechs Teelöffel (25 Gramm) Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln pro Tag. Das reduziere das Risiko von Übergewicht, Fettsucht und Karies.

Andere Länder hingegen erheben bereits Steuern darauf. Schon seit den 1940er-Jahren gilt in Finnland eine Steuer auf Erfrischungsgetränke. Seit 2011 verlangt der Staat zu­dem eine Abgabe von 95 Cent pro Kilogramm auf Süßigkeiten wie Eis oder Schokoriegel, nicht aber auf Kekse. Die Steuer wird allerdings am 1. Januar 2017 aufgehoben. Medien­berichten zufolge hatte die Europäische Kommission Finnland darauf hingewiesen, dass das Gesetz gegen Regeln des freien Marktes verstoßen könnte. Dem finnischen Staat gehen dadurch 2017 geschätzte 109 Millionen Euro an Steuereinnahmen verlo­ren.

In Frankreich gilt seit dem 1. Januar 2012 eine Zusatzsteuer von 7,16 Euro pro Hekto­liter, also etwas mehr als sieben Cent pro Liter, auf Getränke mit zugesetztem Zucker oder Süßstoff. Mexiko erhebt seit dem 1. Januar 2014 eine Zuckersteuer von einem Pe­so (knapp fünf Cent) pro Liter auf mit Zucker gesüßte Getränke. Laut einer wissen­schaft­lichen Studie sank der Verbrauch dieser Getränke im ersten Jahr der Besteuerung um sechs Prozent.

In den USA verlangt die Stadt Berkeley in Kalifornien seit März 2015 eine Abgabe auf Ge­tränke wie Cola, süßen Eistee und Energydrinks. Sie beträgt einen US-Cent pro Unze, was etwa 30 Euro-Cent pro Liter entspricht. Der Konsum in den ärmeren Gebieten der Stadt sank im ersten Jahr laut einer Studie der Universität Berkeley um 21 Prozent. © dpa/aerzteblatt.de

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