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Zukunft der Zentralbibliothek Medizin weiter unklar

Mittwoch, 14. September 2016

Berlin – Eine neuerliche Kleine Anfrage zur Zukunft der „Zentralbibliothek Medizin – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften Köln/Bonn“ (ZB MED) hat die Frak­tion „Die Linke“ im Bundestag an die Bundesregierung gerichtet. Hintergrund ist das Aus­laufen der Finanzierung für die Bibliothek Ende 2019.

Die ZB MED bietet Fachinformationen für den Bereich Lebenswissenschaften, schwer­punktmäßig zu den Fächern Medizin, Gesundheitswesen, sowie seit dem Jahr 2001 zu Ernährungs-, Umwelt- und seit dem Jahr 2003 zu Agrarwissenschaften. In ihren Stand­orten in Köln und Bonn hält sie 38.400 Zeitschriften und 1,6 Millionen Bücher vor. For­scher, Ärzte, Studierende und andere nutzen ihr Angebot bundesweit.

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hatte am 17. März 2016 empfohlen, die Förderung der ZB MED einzustellen. Er bezog sich dabei auf den Bericht einer Evaluierungs­kommis­sion. Die Entscheidung hatte scharfe Kritik in Wissenschaft und Industrie ausgelöst. „Bei aufmerksamer Lektüre dieses Evaluierungsberichts fällt es schwer, daraus die Be­grün­dung für die Empfehlung abzuleiten, die Förderung für die ZB MED einzustellen“, schrieb die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Die Hauptkritik an der ZB MED – zu wenig Forschung – gehe an der Wirklichkeit vorbei, weil Informationsbereitstellung und nicht Forschung ihre Hauptaufgabe sei, hieß es aus der AWMF.

Im Juni dieses Jahres hatte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) be­schlos­sen, die Bund-Länder-Förderung der ZB MED zu beenden – und zwar bereits Ende 2016. Mitglieder der GWK sind die für Wissenschaft und Forschung sowie die für Finan­zen zuständigen Minister des Bundes und der Länder. Allerdings bedeutet diese Ent­schei­dung noch nicht die Schließung der Einrichtung: Eine sogenannte Auslauf­finanzie­rung wird die Stiftung „Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED)“ bis zum Ende des Jahres 2019 erhalten.

In diesem Zeitraum soll sich die Einrichtung neu aufstellen. Unterstützt wird sie dabei vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfa­len und vom Bundesministerium für Gesundheit. Denn grundsätzlich sieht auch die Politik den Bedarf für die ZB MED: „Die Bundesregierung sieht die Sicherstellung der Infor­ma­tio­ns- und Literaturversorgung für die Lebenswissenschaften mit modernen Informations­infrastrukturen als wichtige gemeinsame Aufgabe von Bund und Ländern an“, heißt es in der Antwort auf eine vorangegangene Kleine Anfrage der Fraktion „Die Linke“ im Bundestag im Juni dieses Jahres.

Die Nachfrage der Nutzer nach klassischen Bibliotheksleistungen, sinke jedoch seit Jahren kontinuierlich. Für Informationsinfrastrukturen wie die ZB MED sei es deshalb un­verzichtbar, sich auf diese Veränderungen einzustellen. „Dies ist der ZB MED trotz großer Anstrengungen in den letzten Jahren noch nicht in ausreichendem Maße gelungen“, ar­gu­mentiert die Bundesregierung. Dennoch ist sie gegen die Schließung: „Nach Ansicht der Bundesregierung sollte die ZB MED aber auf den erreichten Teilerfolgen aufbauen und zu einem modernen Fachinformationszentrum transformiert werden“, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage im Juni.

In ihrer neuerlichen Anfrage stellt die Fraktion 14 detaillierte Fragen an die Bun­des­re­gie­rung. „Wie kann die von der Bundesregierung gewünschte Transformation der ZB MED zu einem „modernen Fachinformationszentrum“ gelingen und welche Maßnahmen dazu werden ergriffen?“, lautet deren wichtigste. Anders formuliert möchten die Parlamentarier wissen: „Wie geht es denn nun konkret weiter mit der ZB MED?“

© hil/aerzteblatt.de

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