NewsÄrzteschaftHonorarabschluss für 2017: 815 Millionen Euro mehr für Versorgung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Honorarabschluss für 2017: 815 Millionen Euro mehr für Versorgung

Mittwoch, 21. September 2016

dpa

Berlin – Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich in der heutigen Sitzung des Bewertungsausschuss auf eine Honorar­erhöhung von 815 Millionen Euro für 2017 geeinigt. Zusätzlich wurde die Vergütung des Medikationsplans festgelegt, der mit 163 Millionen Euro veranschlagt wurde. Insgesamt werden die Krankenkassen aufgrund der Beschlüsse 978 Millionen Euro zusätzlich für die Versorgung ausgegeben.

Die Summe gliedert sich nach Angaben beider Verbände folgendermaßen auf: Der Orientierungswert steigt im Jahr 2017 um 315 Millionen Euro. Die morbiditätsorientierte Gesamtvergütung steigt um 170 Millionen Euro. Extrabudgetäre Leitungen wie Vorsorgeuntersuchungen sollen mit einem Plus von 330 Millionen Euro bewertet werden.

Anzeige

Streitpunkt zwischen der KBV und dem GKV-Spitzenverband war die Vergütung bei der Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans. Versicherte haben ein Anrecht darauf, ab dem 1. Oktober 2016 einen Plan in Papierform zu bekommen, wenn sie mehr als drei Medikamente einnehmen. Eine zusätzliche Vergütung dafür lehnten die Krankenkassen zunächst ab, die KBV forderte dies allerdings vehement. Zuletzt hatte sich auch die KBV-Ver­tre­ter­ver­samm­lung in einem Beschluss am Freitag hinter die Forderungen des KBV-Vorstandes gestellt. Nun haben sich beide darauf geeinigt, dass dafür 163 Millionen Euro veranschlagt werden.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklärten KBV-Chef Andreas Gassen und Johann-Magnus von Stackelberg, stellvertretender Vorsitzender des GKV-Spitzen­verbandes: „Wir begrüßen es, dass wir als gemeinsame Selbstverwaltung eine Lösung gefunden haben. Insbesondere für die Einführung des neuen Medikationsplans wurde nun die entscheidende Grundlage gelegt.“

Nach der Einigung auf Bundesebene können nun in den kommenden Wochen und Monaten die regionalen Verhandlungen in den 17 KV-Regionen zur Umsetzung der Erhöhung sowie die jeweiligen regionalen Anpassungen starten.

Im Vergleich zu der Honorarsteigerung für das Jahr 2016 – damals wurden 800 Millionen Euro zusätzlich von den Kassen für die Versorgung gezahlt: Damals gab es bei der Steigerung des Orientierungswertes noch 550 Millionen Euro und für die Steigerung der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung rund 250 Millionen Euro. © bee/aerzteblatt.de

Themen:

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

10. September 2019
Hannover – Die Krankenkassen in Niedersachsen haben im ersten Quartal dieses Jahres 53 Millionen Euro für Leistungen psychologischer Psychotherapeuten ausgegeben. Das seien knapp 10 Millionen Euro
Ausgaben für Psychotherapie in Niedersachsen gestiegen
9. September 2019
Berlin – Deutschlands Krankenhäuser schlagen angesichts zunehmender Überlastung und personeller Engpässe Alarm. „Wir haben ernst zu nehmende systemische Probleme in unserem Krankenhauswesen“, warnte
Krankenhäuser warnen vor systemischen Problemen
29. August 2019
Berlin – Damit gesetzlich krankenversicherte Patienten schneller an Termine kommen können, greifen von Sonntag an mit dem umstrittenen Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) neue finanzielle
Ab Sonntag gilt das Terminservice- und Versorgungsgesetz
26. August 2019
Berlin – Der AOK-Bundesverband hat beklagt, dass auf die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung (GKV) in den kommenden Jahren zusätzlich Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe zurollen. „Die Preise steigen,
Krankenkassen klagen über steigende Kosten
26. August 2019
Berlin – Der NAV-Virchowbund hat ein gemischtes Fazit der Ergebnisse der Honorarverhandlungen für 2020 gezogen. „Trotz eines dürftigen Ergebnisses ist diese Einigung ein Beweis für die
Kritik an Honorarzuwächsen, Lob für Handlungsfähigkeit der Selbstverwaltung
23. August 2019
Berlin – Die diesjährige Verhandlungsrunde zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und dem GKV-Spitzenverband über die Honorare der niedergelassenen Ärzte sowie Psychotherapeuten ist nach
Vertragsärzte und Kassen einigen sich auf Honorarsteigerung von etwa 565 Millionen Euro
15. August 2019
Berlin – Seit gestern verhandeln Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Krankenkassen wieder über die Honorare der Niedergelassenen für das kommende Jahr. Auf der Agenda des ersten Tages standen
LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

NEWSLETTER