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Politik

Tabakwerbeverbot: Mehr als 100 Mediziner appellieren an die Bundesregierung

Donnerstag, 22. September 2016

Verbot der Tabakaußenwerbung / Comenius Herder pixelio.de

Berlin – Mehr als 100 Medizinprofessorinnen und -professoren appellieren an die Mitglieder des Deutschen Bundestags der Regierungsfraktionen, die bestehenden Tabakwerbeverbote auszuweiten. Die Unterzeichner des Aufrufs kommen aus den Fachgebieten Pneumologie, Kardiologie, Angiologie, Onkologie, Pädiatrie und Arbeits- und Umweltmedizin. An diese Fachrichtungen wenden sich die Menschen am häufigsten, wenn sie an einer oder mehreren der vielen tabakbedingten Erkrankungen leiden.

Mit ihrem Appell unterstützen die Mediziner einen Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Verbot der Außenwerbung für Tabakerzeugnisse und E-Zigaretten, allerdings ohne die darin vorgeschlagenen Ausnahmeregelungen. „Tabakwerbung hat das Ziel, junge Nichtraucher zum Rauchen zu veranlassen und Rauchern den Ausstieg aus der Tabakabhängigkeit schwer zu machen“, erklärte Berthold Jany, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGPB), „Es ist für uns Ärztinnen und Ärzte, die wir täglich tabakrauchbedingte Erkrankungen behandeln, schwer erträglich zu sehen, dass die Politik angesichts des unendlichen Leids der Betroffenen immer noch zögert, zu handeln. Wir appellieren daher nachdrücklich an die Mitglieder des Deutschen Bundestags, den von der Bundesregierung vorgelegten Gesetzentwurf auf die Tagesordnung des Parlaments zu setzen, die darin vorhandenen Ausnahmen von einem Werbeverbot zu streichen und den Gesetzentwurf zu verabschieden.“

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Noch nie zuvor haben sich so viele führende Mediziner fachübergreifend in der Frage des Tabakaußenwerbeverbots an die politischen Entscheidungsträger gewandt: „Rauchen schadet nahezu jedem Organ im menschlichen Körper“, betont Berthold Jany, „Es ist daher nicht nachvollziehbar, dass für ein derart gesundheitsgefährdendes Verbraucherprodukt an unseren Straßen, Bus- und S-Bahnstationen nach wie vor geworben werden darf.

Das bereits bestehende Tabakwerbeverbot für Printmedien, Funk und Fernsehen sowie für das Internet muss jetzt endlich auch für den öffentlichen Außenbereich gelten.“ Diese politische Forderung wird auch von anderen betroffenen medizinischen Fach­gesell­schaften sowie von der Bundes­ärzte­kammer und dem Marburger Bund erhoben. © gie/aerzteblatt.de

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