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Ausland

Jordanien: Ärzte ohne Grenzen fordert Einreiseerlaubnis für verletzte Syrer

Donnerstag, 22. September 2016

Amman/Berlin – Mehr als 75.000 vertriebene Syrer sitzen seit drei Monaten ohne jegliche medizinische Hilfe an der geschlossenen Grenze zu Jordanien fest. Die jordanische Regierung hatte die Grenze am 21. Juni geschlossen, nachdem ein Anschlag auf den Grenzübergang verübt worden war. Angesichts unbestätigter Meldungen über den Ausbruch einer Atemwegserkrankung mit mehreren Toten hat die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen Zugang zu dem improvisierten Wüstenlager gefordert.

„Es heißt, die Menschen litten an beständigem Husten und es gebe mehrere Tote. Die Menschen konnten nicht geimpft werden und es besteht das Risiko, dass es sich um Keuchhusten handelt“, sagt die zuständige Teamleiterin Natalie Thurtle. Eine zuverlässige Diagnose und Behandlung sei aus der Ferne jedoch nicht möglich. Auch 250 Kilometer weiter westlich können laut Ärzte ohne Grenzen kriegsverletzte Syrer weiterhin nicht nach Jordanien einreisen.

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Seit dem 21. Juni hat die Hilfsorganisation 56 Fälle registriert, in denen verletzten Syrern der Grenzübertritt verweigert wurde, obwohl sie dringend eine Behandlung gebraucht hätten. Elf dieser Patienten waren Kinder zwischen drei und 14 Jahren. Vor diesem Hintergrund forderte die Hilfsorganisation die jordanische Regierung erneut auf, sofort Krankentransporte verletzter Syrer nach Jordanien zu erlauben. Nur so könnten sie die lebensrettende medizinische Versorgung erhalten, die es in Syrien nicht mehr gebe. © hil/sb/aerzteblatt.de

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