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Medizin

Canakinumab: Biologikum für periodische Fiebersyndrome

Montag, 26. September 2016

Silver Spring – Die US-Arzneibehörde FDA hat den monoklonalen Antikörper Canakinumab, der das Zytokin Interleukin (IL) 1beta neutralisiert, für drei seltene Erkrankungen aus dem Formenkreis der periodischen Fiebersyndrome zugelassen. 

Canakinumab wurde 2009 zunächst für das Cryopyrin-assoziierte periodische Syndrom zugelassen, eine seltene genetische Erkrankung, bei der es infolge eines Defekts im Gen NLRP3 zu einer Überproduktion von IL-1beta kommt. Weitere Indikationen sind das Still-Syndrom und die Gichtarthritis, in deren Pathogenese IL-1beta ebenfalls eine Rolle spielt. 

Jetzt kommen als weitere Indikationen das TNF-Rezeptor-assoziierte periodische Syndrom (TRAPS), das Hyper-IgD-Syndrom (HIDS) infolge Mevalonat-Kinase-Mangels (MKD) und das familiäre Mittelmeerfieber (FMF) hinzu. Alle drei gehören zu den periodischen Fiebersyndromen. Sie werden auch als autoinflammatorische Erkrankungen bezeichnet. Ihr gemeinsamer Nenner ist eine überschießende Reaktion des angeborenen Immunsystems (im Gegensatz zur erworbenen Immunantwort mit B- und T-Zellen). Zentrales Zytokin der autoinflammatorischen Reaktion ist IL-1beta, weshalb Canakinumab als Wirkstoff bei diesen Erkrankungen untersucht wird. 

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Die Zulassung beruht auf den noch unveröffentlichten Ergebnissen einer placebo-kontrollierten Phase 3-Studie (CLUSTER). Dort soll Canakinumab eine schnelle Linderung der Symptome erzielt haben, die laut Hersteller bereits am Tag 15 eintrat und über 16 Wochen angehalten hat. 

Die häufigsten Nebenwirkungen bestehen laut FDA in Lokalreaktionen an der Injektions­stelle. Die Patienten sind zudem anfällig für Erkältungen. Zu den ernsten Komplikationen gehört ein erhöhtes Risiko für schwere Infektionen (infolge der ausgebremsten Immunabwehr) und gefährliche allergische Reaktionen. Die Patienten sollten keine Lebendimpfstoffe erhalten und das Mittel muss bei allergischen Reaktionen sofort abgesetzt werden. © rme/aerzteblatt.de

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