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Ärzteschaft

Ärzte fordern Ächtung von Atomwaffen

Montag, 26. September 2016

Berlin – Die Bundes­ärzte­kammer (BÄK) hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, sich für Verhandlungen zu einem weltweiten Verbot von Atomwaffen einzusetzen. Sie unterstützt damit einen entsprechenden Appell der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW).

Hintergrund des Appells sind anstehende Beratungen der Generalversammlung der Vereinten Nationen. Dabei geht es darum, ob Verhandlungen über die völkerrechtliche Ächtung von Atomwaffen beginnen sollen. Deutschland hat bisher dagegen votiert, Verhandlungen über einen Verbotsvertrag aufzunehmen.

Neben der BÄK haben sich der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) und der Deutsche Verband für Gesundheits­wissen­schaften und Public Health (DVGPH) der Aktion angeschlossen. Die Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin (DGA), die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), die Deutsche Gesellschaft für seelische Gesundheit bei Menschen mit geistiger Behinderung (DGSGB) und die ärztliche Initiative gegen Bestechung MEZIS („Mein Essen zahl ich selbst“) tragen den Appell ebenfalls mit. Darin fordern sie neben Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot auch, die Stationierung dieser Waffen in Deutschland zu untersagen.

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„Der Öffentlichkeit wird verschwiegen, dass Tausende von Atomwaffen auch heute jederzeit unser Leben innerhalb von Minuten zerstören und den Überlebenden unermessliche Leiden zufügen können“, heißt es in dem Appell der Gesundheits­organisationen. Sie stellen klar, dass Ärzte im atomaren Ernstfall nicht helfen können.

Die Organisation IPPNW betonte, die Forderungen der Ärzteorganisationen „leiten sich aus der Verantwortung der im Gesundheitswesen Tätigen für das Wohlergehen ihrer Patienten ab“.

Auf der Homepage des Appells können weitere Unterstützer online unterschreiben und sich auf diese Weise dafür engagieren, dass sich die Bundesregierung für Verhand­lungen zur Atomwaffenächtung einsetzt.

Ein dringender Aufruf kommt auch von der World Medical Association: „The current state of world affairs made nuclear disarmament a more urgent issue than ever“, appelliert die Organisation an die Regierungen. © hil/aerzteblatt.de

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