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Hilfsmittelindus­trie im Inland unter Druck

Dienstag, 27. September 2016

Hilfsmittel sollen den Erfolg einer Therapie sichern oder eine Behinderung ausgleichen, zum Beispiel Seh- und Hörhilfen oder Rollstühle dpa

Berlin/Düsseldorf – Die rund 300 deutschen Hilfsmittelhersteller mit ihren mehr als 21.000 Beschäftigten haben 2015 einen Umsatz von knapp 3,6 Milliarden Euro erwirt­schaftet, das entspricht einem Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Das internationale Geschäft entwickelte sich dabei bei den meisten Unternehmen besser als der Inlandsumsatz. Die Exportquote liegt inzwischen bei rund 55 Prozent“, berichtet der Branchenverband Spectaris anlässlich des Beginns der Fachmesse Rehacare in Düsseldorf am morgigen Mittwoch.

Hilfsmittel sollen den Erfolg einer Therapie sichern oder eine Behinderung ausgleichen, zum Beispiel Seh- und Hörhilfen oder Rollstühle. Verordnungsfähige Hilfsmittel werden im sogenannten Hilfsmittelverzeichnis aufgeführt.

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Spectaris kritisiert, die Situation der Unternehmen sei aufgrund massiver Einspar­bemü­hun­gen der Krankenkassen und großen Kostendruckes im Gesundheitswesen schwierig. „Schaut man sich den Anteil der Hilfsmittelausgaben an den Gesamtaus­gaben der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung an, der mit weniger als vier Prozent noch deutlich unter dem Verwaltungskostenanteil in Höhe von knapp fünf Prozent liegt, stellt sich die Frage, ob der Sparhebel an der richtigen Stelle angesetzt wird“, sagte Marcus Kuhlmann von Spectaris.

Er kritisierte, die Qualität der Hilfsmittelversorgung sei in den vergange­nen Jahren gesunken. Auf Hilfsmittel angewiesene Menschen würden „nicht mit den qualitativ besten, sondern zu oft mit den für die Krankenkassen günstigsten Hilfsmitteln versorgt“, so Kuhlmann.

Das sieht nicht nur der Industrieverband so. Das Bundeskabinett hat daher Ende August dem Entwurf des „Gesetzes zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung“ (Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz, HHVG) zugestimmt. Es soll dafür sorgen, dass Versicherte die richtigen Hilfen erhalten, um ihren Alltag trotz Einschränkungen möglichst selbst­bestimmt bewältigen zu können. Hintergrund ist laut dem Bundesministerium für Gesundheit, dass der Preiswettbewerb der Krankenkassen in den vergangenen Jahren immer wieder zu Qualitätsmängeln bei der Versorgung von Patienten mit Hilfs- und Heilmitteln geführt habe. © hil/aerzteblatt.de

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