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Neue Therapiehilfen für Schwachsichtigkeit bei Kindern

Mittwoch, 28. September 2016

Berlin – Neue Therapiehilfen unterstützen Ärzte und Eltern bei der Behandlung von Schwachsichtigkeit (Amblyopie) bei Kindern. Sie ist die häufigste kindliche Sehstörung, mehr als fünf Prozent aller Kinder in Deutschland leiden daran. „Extrem wichtig ist eine frühe und konsequente Therapie“, erläutert die Expertin der Deutschen Ophthal­mologi­schen Gesellschaft (DOG), Dorothea Besch. Ungefähr ab dem achten Lebensjahr sänken die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich. „Dann kann eine lebenslang reduzierte Sehschärfe auf einem oder beiden Augen zurückbleiben“, so die Leiterin der klinischen Sektion für Motilitätsstörungen, periokuläre Chirurgie und Kinderophthalmologie an der Universitäts-Augenklinik Tübingen.

Die sogenannte Okklusionsbehandlung mit Brille und Pflaster ist die Therapie der Wahl bei kindlicher Schwachsichtigkeit. Ziel ist, das schwachsichtige Auge zu stimulieren und so in seiner Sehfähigkeit zu trainieren. „Wie wir wissen, hängt der Behandlungserfolg stark von der Mitarbeit des Kindes und der Motivation durch die Eltern ab“, berichtet Besch. Doch bisher bestand keine Möglichkeit, die tatsächliche Tragezeit von Brille und Pflaster kontinuierlich und effektiv zu kontrollieren.

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Das kann jetzt ein kleiner Sensor übernehmen, der an der Universitätsklinik Tübingen entwickelt worden ist und für drei Monate auf Brillenbügel oder Pflaster geklebt wird. „Dieser Mikrochip misst zuverlässig die Tragezeit“, erläutert Besch. So werde es möglich, die Therapiedauer zu erfassen und die Behandlung besser zu steuern.

Augenärzte setzen außerdem auf neue computerbasierte Trainingsverfahren, von denen auch schwachsichtige Erwachsene noch profitieren könnten. In der Erprobung sei zum Beispiel das Computerspiel Tetris: Erwachsene könnten herabfallende Blöcke auf dem Display nur mit einem Auge, die am Boden passenden Quader mit dem jeweils anderen Auge sehen – ein erfolgreiches Spiel sei erst durch die Kombination der Bilder beider Augen möglich. „Durch die neuen Medien werden sich bald neue Therapiemöglichkeiten auftun“, ist die DOG-Expertin Besch überzeugt. © hil/aerzteblatt.de

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