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Vermischtes

Mobbing erhöht Risiko für Herz-Kreislauf-Erkran­kungen

Mittwoch, 28. September 2016

Frankfurt – Mobbing am Arbeitsplatz geht mit einem erhöhten Risiko für Schädigungen des Herz-Kreislauf-Systems einher. Das berichten Wissenschaftler des Statistik­dienstleisters IMS Health.

In die retrospektive Auswertung flossen anonymisierte Behandlungsverläufe von 7.374 Patienten ein, bei denen Hausärzte im Zeitraum zwischen Januar 2005 und Dezember 2014 zum ersten Mal eine Mobbingerfahrung dokumentierten. 67 Prozent dieser Personen waren Frauen. Die Patienten waren im Schnitt 38 Jahre alt.

Diese Patienten wurden mit anderen ohne Mobbing-Dokumentation verglichen, wobei die selektierte Kontrollgruppe den Mobbingopfern hinsichtlich Alter, Geschlecht, Nach­beobach­tungs­zeit, behandelndem Arzt und Co-Diagnosen (Diabetes, Hypertonie, Übergewicht, Hyperlipidämie) entsprach. Beide Patientengruppen wurden über maximal fünf Jahre weiterverfolgt, die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 3,4 Jahre.

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Innerhalb der fünf Jahre nach dem Indexdatum erlitten 2,9 Prozent in der Mobbing­gruppe, jedoch nur 1,4 Prozent in der Kontrollgruppe ein kardiovaskuläres Ereignis. Berechnungen ergaben, dass das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses durch die Mobbingerfahrung um 69 Prozent erhöht war. Am stärksten zeigte sich der Effekt beim Myokardinfarkt (203 Prozent Risikoerhöhung), am schwächsten beim Schlaganfall (56 Prozent). Signifikant war er beim am häufigsten auftretenden Ereignis Angina Pectoris (88 Prozent). Das tatsächliche Risiko setzen die Epidemiologen sogar noch höher an, weil sie nur Patienten in ihre Studie einbezogen, die diese kardiovaskulären Ereignisse überlebt haben.

Allerdings zeigt die retrospektive Studie lediglich die Koinzidenz der Ereignisse auf, beweist aber nicht deren Kausalität.

Gleichwohl resümierte Karel Kostev, Forschungsleiter bei IMS Health: „Da es sich bei Mobbing nicht um ein Kavaliersdelikt handelt, sondern um ein Verhalten, welches das Risiko einer schweren Erkrankung erhöht beziehungsweise deren Entwicklung beein­flussen kann, ist es wichtig, darauf zu reagieren, um den Betroffenen zu helfen.“ © hil/aerzteblatt.de

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