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Politik

Zweistellige Tariferhöhung bei privaten Krankenversicherern

Donnerstag, 29. September 2016

dpa

Berlin – Sechs Millionen privat Krankenversicherte müssen zum Jahreswechsel mit zum Teil massiven Tariferhöhungen rechnen. Im Schnitt lägen die Anhebungen bei elf Prozent. In der Spitze seien auch gut doppelt so hohe Prämienanhebungen möglich. Darüber berichteten am Donnerstag die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten. Damit sind rund zwei Drittel der fast neun Millionen privat Versicherten betroffen.

Die Benachrichtigung durch ihre Kasse würden die meisten Anfang November erhalten. Als Grund nennt der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank. Volker Leienbach, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des PKV-Verbandes, sagte, „dass es zu untypischen Beitrags­erhöhungen“ kommen werde, ohne sich auf genaue Zahlen festzulegen. „Was am Kapitalmarkt nicht zu erwirtschaften ist, muss durch eine Erhöhung der Vorsorge ausge­glichen werden“, sagte er. Dies sei „gesetzlich vorgeschrieben“.

„Ohne die Auswirkungen der Niedrigzinsen wäre die PKV-Beitragsentwicklung auch in diesem Jahr unauffällig“, so Leienbach weiter. Schon seit Jahren liege der Ausgaben­anstieg der privaten nicht über derjenigen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV).

Die sich abzeichnenden Tariferhöhungen lassen den Ruf nach einer solidarischen Einheits­krankenversicherung wieder lauter werden. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion, Kathrin Vogler, erklärte: „Das Geschäfts­modell der privaten Krankenversicherungen ist am Ende.

Jetzt zeigt sich überdeutlich, dass ein solidarisch finanziertes und auf Umlage basierendes gesetzliches Versicherungsmodell nachhaltiger ist als das der Privatversicherung, das auf Kapitalmarkt und Zinserträge setzt.“ Es sei ein Irrweg, wenn aus Kreisen der Union jetzt Gesetzesänderungen zur Rettung der Versicherungs­konzerne erwogen würden.

Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Maria Klein-Schmeink, argumentierte, die starke Abhängigkeit der PKV vom Finanzmarkt mache sie krisen­anfällig. Die massive Anhebung „trifft auch viele nicht gut verdienende Selbstständige oder kleine Beamte“.

Auch sie plädierte für das Einheitsmodell Bürgerversicherung. „Wir brauchen ein Modell, das in alle Lebenslagen passt. Solidarität muss alle umfassen. Als Gemeinschaft können wir die Herausforderungen der älter werdenden Gesellschaft besser stemmen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #582750
M. Malone
am Freitag, 7. Oktober 2016, 09:54

PKV - Lobbyismus

Ach ja, vergessen jetzt die Tätigkeit als Lobbyist und Berater von Herrn Steinbrück bei der Diba ING.
Wahrlich eine Partei die für die Mehrheit der abhängig Beschäftigten und auf soziale Sicherungssysteme Angewiesene wählbar sein will indem sie solche Männer hervorbringt
Avatar #582750
M. Malone
am Freitag, 7. Oktober 2016, 09:50

PKV- Lobbyismus

Herr Steinbrück ist als Finanzminister in seiner vollen Amtszeit für den Verlust von bis zu 10 Milliarden durch Nichtstun bei den Cum-Cum/Cum-ex Geschäften verantwortlich, kassierte fleißig fünfstellige Honorarbeträge bei Bankenvorträgen und geht jetzt mit einer entsprechenden Pension als Abgeordn u. Finanzminister und einer privaten Luxuskrankenversorgung die der Steuerzahler über die Beihilfe finanziert.
Wozu beschwert sich der normale Bundesbürger/Wähler eigentlich noch - er will es nicht anders und hat es nicht anders verdient - als aus dem "Schweintrog" zu fressen und betrogen zu werden.
Avatar #582750
M. Malone
am Freitag, 7. Oktober 2016, 09:43

Zustimmung

Es soll ja immer noch PKV Vertreter geben die junge Kollegen als
Berufsanfänger - nachdem sie die entsprechenden Informationen von der Verwaltung/Sekretärinen erhalten haben - diese direkt in der Klinik aufsuchen und dann ncoh den Eindruck zu erwecken versuchen mit Zustimmung/im Interesse des Chefs zu kommen!!
Avatar #93495
MTJF
am Freitag, 30. September 2016, 16:07

PKV - Paradebeispiel für Lobbyismus

Jeder weiß, dass das Modell der PKV nur gut für die Versicherungskonzerne selbst und uns Ärzte, wenn wir damit Geld verdienen, ist. Für die Versicherten (auch uns Ärzte, wenn wir in jungen Jahren auf die Versprechen hereingefallen sind und uns privat versichert haben) ist es (und wird es immer mehr) eine Katastrophe. Ohne Möglichkeit zu fliehen sind sie wie eine angebundene Kuh dem Melker ausgeliefert, der sie auspresst wie er will, nicht mal einen anderen Melker können sie sich suchen. Wo gibt es denn so etwas noch? Nirgends! Jede andere Versicherung können Sie kündigen, wechseln, wie Sie wollen - nur nicht die PKV. Die Lobbyisten haben ganze Arbeit geleistet.
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