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Medizin

Rifttal-Fieber kann Fehlgeburten auslösen

Donnerstag, 29. September 2016

Umeå – Das Rifttal-Fieber, eine südlich der Sahara verbreitete Zoonose, löst nicht nur bei Tieren Aborte aus. Eine Untersuchung in Lancet Global Health (2016; doi: 10.1016/S2214-109X(16)30176-0) zeigt, dass die Infektion auch beim Menschen mit dem Verlust der Schwangerschaft verbunden sein kann.

Das Rifttal-Fieber, das manchmal mit der fünften Plage im Buch Exodus verglichen wird, hat häufig verheerende Folgen für die Viehhalter. Ganze Herden von Wiederkäuern (Schafe, Ziegen, Rinder und Kamele) können an den Folgen der Virusinfektion zugrunde gehen, zu deren Zeichen massenhafte Aborte und das Absterben der Jungtiere gehört.

Das Virus kann, wenn auch in seltenen Fällen, auf den Menschen übertragen werden, entweder durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder über Stechmücken. Die Erkrankungsrate ist jedoch gering und in den meisten Fällen bleibt es bei einer unspezifischen fiebrigen Erkrankung, die nach wenigen Tagen wieder abklingt. Nur selten kommt es zu schweren Erkrankungen mit Retinitis (Gefahr der Erblindung), Enzephalitis und einem hämorrhagischen Fieber mit Hepatitis und häufig tödlichem Ausgang.

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Bislang waren die Erkrankungen beim Menschen auf ländliche Regionen beschränkt und Aborte wie bei Tieren wurden nicht beobachtet. Eine Untersuchung aus Port Sudan, einer Hafenstadt am Roten Meer, zeigt jetzt erstmals, dass auch Menschen sich in Städten anstecken können und dass eine Infektion bei Schwangeren einen Abort auslösen kann.

Das Team um Magnus Evander von der Universität Umeå berichtet über 130 schwangere Frauen, die sich während einer Epidemie mit fiebrigen Erkrankungen in einem Regierungskrankenhaus vorgestellt hatten. Bei 28 Frauen konnte eine Infektion mit dem Rifttal-Fiebervirus nachgewiesen werden. Bei 15 Frauen, also mehr als der Hälfte, kam es zu einem vorzeitigen Abbruch der Schwangerschaft, die die Forscher mit der Infektion in Verbindung bringen. Die Diagnose beruhte auf dem Nachweis von Virusgenen mit der Polymerasekettenreaktion.

Gewebeproben von Feten und Plazenta konnten die Forscher allerdings nicht untersuchen, so dass die Beweisführung lückenhaft bleibt. Der Vergleich mit 102 Schwangeren, bei denen keine Rifttal-Fieberviren nachgewiesen wurden und von denen 12 eine Fehlgeburt hatten, spricht jedoch dafür, dass das Virus für die Aborte verantwortlich war. Evander ermittelte eine Odds Ratio von 7,4, die bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 2,7 bis 20,1 signifikant war.

Dass das Rifttal-Fieber auch in einer städtischen Umgebung auftritt, sollte nach Ansicht von Ali Khan von der Universität von Nebraska in Omaha für Schwangere eine Warnung sein, sich in Endemie-Regionen vorzusehen. Sie sollten Repellentien verwenden und die Haut komplett mit Kleidung bedecken. Dies würde sie auch vor anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen schützen, zu denen in Port Sudan unter anderem Chikungunya und Dengue gehören. © rme/aerzteblatt.de

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