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Politik

Zytostatika: Auch Barmer und TK schreiben aus

Donnerstag, 29. September 2016

Berlin – Bei der Ausschreibung von Zytostatika-Verträgen ziehen nach den elf AOKen nun auch die Barmer GEK und die Techniker Krankenkasse (TK) nach. Die gemeinsame Ausschreibung der beiden Kassen startet am morgigen Freitag und werde dann zum Februar 2017 für jeweils drei Jahre wirksam, erklärte die Barmer am Donnerstag in Berlin. Insgesamt wollen die Kassen 246 Gebietslose ausschreiben, dabei sollen nicht mehr als vier Zuschläge an eine Apotheke gehen. „Damit sind kleinräumige Zuschläge möglich und es gibt keine Monopolisierung des Geschäfts“, erklärte Barmer-Vorstandschef Christoph Straub. In Deutschland gibt es laut des Verbandes der Zytostatika herstellenden Apo­thekerinnen und Apotheker (VZA) rund 300 Apotheken, die die aufwendige Herstellung von Zytostatika übernehmen.

In der Ausschreibung von Barmer und TK werde – anders als bei den AOKen – ein „harter Zeitfaktor“ eingesetzt: So solle eine maximale Fahrtzeit von 90 Minuten zwischen der Apotheke, die Zytostatika herstellt, und dem niedergelassenen Onkologen liegen. Die Barmer rechnet im Schnitt mit 45 Minuten für den Fahrdienst. Das Kriterium der kurzen Ad-hoc-Lieferung ist der Kasse sehr wichtig: „Damit ist die Sicherheit und die Qualität des Produktes für den Patienten gewährleistet“, so Straub. Damit sollen zwischen Anruf der Praxis in der Apotheke und Lieferung der Zytostatika zwei Stunden maximal vergehen. Beide Kassen gehen davon aus, dass sich durch die Ausschreibung Einsparungen von rund 20 Prozent realisieren lassen.

Zytostatika: Kritik an Ausschreibung der AOK

Krankenkassen haben mit der Ausschreibung von Zytostatika begonnen. Apotheker und niedergelassene Onkologen befürchten längere Wartezeiten für die Patienten und einen erheblichen Mehraufwand im Praxisalltag. Die Rechtslage ist eindeutig. [...]

Die neue Ausschreibung der Kassen ähnlich der Rabattverträge haben niedergelassene Onkologen und Apotheker Anfang September heftig kritisiert. Sie sorgen sich vor allem um die Versorgungssicherheit und die unterschiedlich großen Entfernungen, die Apothe­ker nun zum Arzt zurücklegen müssen. Außerdem warnten sie davor, langjährige gute Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern so zu zerstören. Ebenso sei ein Apothekensterben zu befürchten, da die Vorhaltung der Labore aufwendig sei. Von Ausschreibung zu Ausschreibung sei so zu befürchten, dass es immer weniger Apotheken gebe, die dies leisten können, erklärte der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes (DAV), Fritz Becker, Anfang September.

Barmer-Chef Straub sieht hier keine Probleme: „Wir sehen zwar Anreize im Markt, die Herstellung zu zentralisieren, aber wir setzen mit unserer Ausschreibung auf eine kleinräumige Versorgung.“

Beim Zuschlag verpflichten sich die Apotheken beispielsweise, sich beim Onkologen persönlich vorzustellen und die Zusammenarbeit zu besprechen. Gibt es Probleme oder Qualitätsbedenken bei den Ärzten, sei künftig die Kasse der Ansprechpartner für Beschwerden, heißt es von den Kassen. © bee/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #115425
Herz1952
am Freitag, 30. September 2016, 15:15

Hoffentlich passiert nicht das gleiche wie früher bei öffentlichen Ausschreibungen

Hier wurde auch nur nach dem Preis beurteilt. Das billigste Angebot erhielt den Zuschlag. Die Folge war, dass dieser Anbieter nicht in Qualität und Leistung der beste war.

Dann wurde durch Insolvenz oder Schlechtleistung des Anbieters die Sache noch teurer.

Aber hier geht es ja nur um die Gesundheit und Tod von Patienten, dass zählt doch nicht.

Aber für einen kleinen Kratzer am Stoßfänger eines Autos in Wagenfarbe werden 500,-- Euro ausgegeben, weil er total ausgetauscht "werden muss".
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