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Medizin

Studie: Hoher Blutdruck mindert Intelligenz von Kindern

Montag, 3. Oktober 2016

Rochester/New York – Ein hoher Blutdruck kann offenbar bereits im Schulalter negative Auswirkungen auf die Intelligenz haben. Dies zeigt eine Vergleichsstudie im Journal of Pediatrics (2016; doi: 10.1016/j.jpeds.2016.08.076), in der 10- bis 18-Jährige mit unbehandelter arterieller Hypertonie in neurokognitiven Tests schlechtere Ergebnisse erzielten als Gleichaltrige mit normalem Blutdruck.

Adipositas und Bewegungsmangel führen dazu, dass viele Menschen bereits im Schul­alter einen erhöhten Blutdruck haben. In einer US-Untersuchung betrug die Prävalenz 3,6 Prozent (JAMA 2007; 298(: 874-879). Die Kinder sind nicht nur körperlich träge. Auch ihre kognitiven Leistungen könnten hinter den Erwartungen zurückbleiben. Dies zeigen Tests, die Marc Lande vom University of Rochester Medical Center an 75 Kindern mit unbehandelter Hypertonie durchführen ließ.

Die Kinder nahmen an verschiedenen neurokognitiven Tests teil, in denen sie häufig schlechter abschnitten als eine gleich große Gruppe von Kindern ohne Hypertonie. Lande hatte darauf geachtet, dass andere Faktoren, darunter auch das Körpergewicht, zwischen den beiden Gruppen gleich waren. Kinder mit Schlafstörungen, die die kognitiven Leistungen ebenfalls beeinträchtigen können, durften an der Studie nicht teilnehmen. Auch diese Weise sollte sichergestellt werden, dass die Unterschiede in den Tests tatsächlich auf den erhöhten Blutdruck zurückzuführen sind.

Die Kinder mit Hypertonie hatten in mehreren Tests schlechtere Ergebnisse: Dazu gehörte der Rey Auditory Verbal Learning Test, der das Wortgedächtnis prüft, der CogState Groton Maze Learning Test, der die exekutiven Fähigkeiten, sprich Verstand, beurteilt, und der Grooved Pegboard-Test zur manuellen Geschicklichkeit. Ihr Intelligenzquotient im Wechsler Abbreviated Scales of Intelligence Vocabulary war um 4,1 Punkte niedriger als in der Kontrollgruppe mit normalem Blutdruck. Dies ist ein durchaus relevanter Unterschied, auch wenn die Studie nicht klären kann, welche Auswirkungen sich daraus im Alltagsleben, etwa bei den Schulnoten ergeben.

Lande weist darauf hin, dass viele Kinder infolge ihrer Fettleibigkeit noch weitere Nachteile als einen zu hohen Blutdruck haben. Dazu gehören Schlafstörungen, die in anderen Untersuchungen mit einer niedrigen Intelligenz assoziiert waren. Auch erhöhte Blutzuckerwerte können laut Lande die kognitiven Fähigkeiten einschränken. © rme/aerzteblatt.de

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