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Medizin

Artifizielle Enzyme könnten Allergien auslösen

Dienstag, 4. Oktober 2016

Hamburg – Künstlich erzeugte Enzyme aus genetisch modifizierten Organismen könnten beim Menschen Allergien auslösen und somit ein Gesundheitsrisiko darstellen. Das berichten Wissenschaftler um Erstautorin Lygia Budnik vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf in der Fachzeitschrift Occupational & Environmental Medicine (2016; doi: 10.1136/oemed-2015-103442).

In der Industrie gibt es mittlerweile einen breiten Einsatz von künstlich hergestellten Enzymen. Hierzu gehören beispielsweise Cellulasen, Xylanasen oder Pankreatin. Viele dieser Enzyme werden in der Verarbeitung von Lebensmitteln und anderen Haushalts­produkten eingesetzt. Die Proteine weichen biochemisch teilweise leicht von ihren natürlichen Varianten ab. Bisher ist laut den Autoren jedoch nur wenig erforscht, wie hoch das Allergierisiko dieser Enzyme ist.

Um dies zu testen, untersuchten die Forscher Blutproben bei 813 expo­nierten Arbeitern aus den entsprechenden Industrien. Die Arbeiter waren zwischen drei Monaten und zehn Jahren in ihrer Branche beschäftigt. Sie kamen durchschnittlich mit rund zwei bis vier unterschiedlichen artifiziellen Enzymen in Kontakt. Die Forscher bestimmten in den Blutproben der Probanden spezifische IgE-Antikörper, die sich möglicherweise gegen die artifiziellen Enzyme gebildet hatten.

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Es zeigte sich, dass jeder vierte Arbeiter spezifische IgE-Antikörper gegen die gen­tech­nisch produzierten Enzyme aufwies. Besonders hohe Sensibilisierungsraten, mit bis zu 44 Prozent, zeigten Arbeiter, die mit Alpha-Amylase, Pankreatin oder Stainzyme in Kontakt kamen. Diese Enzyme finden sich häufig in Waschmittel oder Detergenzien. Arbeiter, die hohe spezifische Antikörperspiegel aufwiesen, litten auch häufiger unter allergischen Symptomen (r = 0,75, p < 0,0001).

Die Forscher schließen aus ihrer Studie, dass artifizielle Enzyme ein Allergierisiko bergen können. Sie sollten daher einer ähnlich strengen Allergentestung unterliegen wie Farbstoffe, Aromen und Geschmacksstoffe, so die Empfehlung der Arbeitsgruppe. Bei exponierten Arbeitern seien außerdem Maßnahmen der Arbeitssicherheit einzuhalten, um der Entwicklung von Allergien vorzubeugen. © hil/aerzteblatt.de

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