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Politik

Qualitätsinstitut sieht Zusatznutzen von Sitagliptin plus Metformin bei Diabetes

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat dem Gliptin „Sitagliptin“ (Handelsnamen Januvia und Xelevia) einen Zusatznutzen bei der Behandlung von Patienten mit Diabetes Typ 2 bescheinigt. Die Fixkombination mit Metformin ist unter den Namen Janumet und Velmetia im Handel.

Im Einzelnen betrachtet bescheinigt das Institut für die freie und die fixe Kombination von Sitagliptin und Metformin Anhaltspunkte für einen teils nicht quantifizierbaren, teils beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Sulfonylharnstoffen. Für andere Frage­stel­lungen ist ein Zusatznutzen laut dem IQWiG aber nicht belegt.

Sitagliptin hemmt das Enzym Dipeptidylpeptidase 4 (DPP-4), welches für den Abbau des Hormons Glucagon-like Peptid 1 (GLP-1) verantwortlich ist. GLP-1 wiederum regt die Freisetzung von Insulin an und hemmt die Sekretion von Glucagon. Das Medikament ist für bestimmte Erwachsene mit Diabetes mellitus vom Typ 2 zugelassen, bei denen Ernährungsumstellung und Bewegung einen erhöhten Blutzuckerspiegel allein nicht ausreichend senken.

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Das Monopräparat aus Sitagliptin allein und die Fixkombination mit Metformin haben bereits 2013 frühe Nutzenbewertungen durchlaufen. Damals fasste der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) befristete Beschlüssen, die 2015 um ein Jahr verlängert wurden. Wie vorgesehen hat der Hersteller neue sogenannte Dossiers eingereicht, um den Zusatznutzen des Präparates zu belegen.

Sitagliptin kann mit Metformin und je nach Indikation mit weiteren Wirkstoffen kombiniert werden, insbesondere mit Insulin und Sulfonylharnstoffen. Der G-BA hat daher für das Monopräparat fünf und für die Fixkombination drei Fragestellungen unterschieden und zweckmäßige Vergleichstherapien festgelegt, die aus Sulfonylharnstoffen, Metformin, Humaninsulin und Kombinationen dieser Wirkstoffe bestehen.

Laut dem IQWiG ist ein möglicher Zusatznutzen der Sitagliptin-Monotherapie gegenüber den Sulfonylharnstoffen Glibenclamid oder Glimepirid nicht belegt. Auch die Vergleichs­daten zu den übrigen Therapien überzeugten die IQWiG-Wissenschaftler nicht. Nur für die freie und die fixe Kombination von Sitagliptin und Metformin sehen sie Anhaltspunkte für einen teils nicht quantifizierbaren, teils beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Sulfonylharnstoffen. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 5. Oktober 2016, 23:05

IQWiG vergleicht Birnen 6mit Äpfeln!

Wer aktuelle Studien mit Metformin und/oder Sitagliptin veralteten Studien mit Sulfonylharnstoffen gegenüberstellen will, vergleicht nicht nur Birnen mit Äpfeln, sondern auch diabetologisches Mittelalter mit Neuzeit.

Neuere Studien mit Sulfonylharnstoffen gibt es schon allein deshalb nicht, weil Ethik-Kommissionen diese Substanzen wegen gefährlicher Hypoglykämien und erhöhter kardiovaskulärer Risiken gar nicht mehr zulassen können.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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