NewsPolitikQualitätsinstitut sieht Zusatznutzen von Sitagliptin plus Metformin bei Diabetes
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

Qualitätsinstitut sieht Zusatznutzen von Sitagliptin plus Metformin bei Diabetes

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Köln – Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat dem Gliptin „Sitagliptin“ (Handelsnamen Januvia und Xelevia) einen Zusatznutzen bei der Behandlung von Patienten mit Diabetes Typ 2 bescheinigt. Die Fixkombination mit Metformin ist unter den Namen Janumet und Velmetia im Handel.

Im Einzelnen betrachtet bescheinigt das Institut für die freie und die fixe Kombination von Sitagliptin und Metformin Anhaltspunkte für einen teils nicht quantifizierbaren, teils beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Sulfonylharnstoffen. Für andere Frage­stel­lungen ist ein Zusatznutzen laut dem IQWiG aber nicht belegt.

Sitagliptin hemmt das Enzym Dipeptidylpeptidase 4 (DPP-4), welches für den Abbau des Hormons Glucagon-like Peptid 1 (GLP-1) verantwortlich ist. GLP-1 wiederum regt die Freisetzung von Insulin an und hemmt die Sekretion von Glucagon. Das Medikament ist für bestimmte Erwachsene mit Diabetes mellitus vom Typ 2 zugelassen, bei denen Ernährungsumstellung und Bewegung einen erhöhten Blutzuckerspiegel allein nicht ausreichend senken.

Anzeige

Das Monopräparat aus Sitagliptin allein und die Fixkombination mit Metformin haben bereits 2013 frühe Nutzenbewertungen durchlaufen. Damals fasste der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA) befristete Beschlüssen, die 2015 um ein Jahr verlängert wurden. Wie vorgesehen hat der Hersteller neue sogenannte Dossiers eingereicht, um den Zusatznutzen des Präparates zu belegen.

Sitagliptin kann mit Metformin und je nach Indikation mit weiteren Wirkstoffen kombiniert werden, insbesondere mit Insulin und Sulfonylharnstoffen. Der G-BA hat daher für das Monopräparat fünf und für die Fixkombination drei Fragestellungen unterschieden und zweckmäßige Vergleichstherapien festgelegt, die aus Sulfonylharnstoffen, Metformin, Humaninsulin und Kombinationen dieser Wirkstoffe bestehen.

Laut dem IQWiG ist ein möglicher Zusatznutzen der Sitagliptin-Monotherapie gegenüber den Sulfonylharnstoffen Glibenclamid oder Glimepirid nicht belegt. Auch die Vergleichs­daten zu den übrigen Therapien überzeugten die IQWiG-Wissenschaftler nicht. Nur für die freie und die fixe Kombination von Sitagliptin und Metformin sehen sie Anhaltspunkte für einen teils nicht quantifizierbaren, teils beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Sulfonylharnstoffen. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Mittwoch, 5. Oktober 2016, 23:05

IQWiG vergleicht Birnen 6mit Äpfeln!

Wer aktuelle Studien mit Metformin und/oder Sitagliptin veralteten Studien mit Sulfonylharnstoffen gegenüberstellen will, vergleicht nicht nur Birnen mit Äpfeln, sondern auch diabetologisches Mittelalter mit Neuzeit.

Neuere Studien mit Sulfonylharnstoffen gibt es schon allein deshalb nicht, weil Ethik-Kommissionen diese Substanzen wegen gefährlicher Hypoglykämien und erhöhter kardiovaskulärer Risiken gar nicht mehr zulassen können.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
LNS

Nachrichten zum Thema

18. September 2020
Lund - Ein Bluttest könnte in Zukunft anzeigen, ob Metformin, das Erstmedikament zur Behandlung des Typ 2-Diabetes, von den Patienten vertragen wird und ein Abfall des HbA1c-Werts zu erwarten ist. Die
Epigenetischer Test könnte Wirksamkeit von Metformin vorhersagen
17. September 2020
Berlin – Für die Behandlung der rund 32.000 Kindern mit Diabetes mellitus in Deutschland stehen heute modernste Therapien und Technologien zur Verfügung. Dennoch beobachten Experten eine zunehmende
Qualifizierte Versorgung von Kindern mit Diabetes zunehmend gefährdet
16. September 2020
Silver Spring/Maryland – Das Risiko von Amputationen ist unter der Behandlung mit dem SGLT2-Inhibitor Canagliflozin nicht so hoch wie bisher angenommen. Zu diesem Ergebnis kommt die
Canagliflozin: FDA streicht umrahmten Warnhinweis zu Amputationen
10. September 2020
Berlin – Mängel bei der Früherkennung und der Versorgung eines Gestationsdiabetes kritisiert die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG). In Deutschland hat sich die Erkrankungsrate für einen
Mehr Engagement gegen Schwangerschaftsdiabetes gefordert
9. September 2020
Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnt, dass Kinder und Jugendliche mit Diabetes mellitus zunehmend schlechter versorgt und in Schule und Alltag benachteiligt würden. Auf den ersten
Kinder und Jugendliche mit Diabetes in Schule und Alltag weiter benachteiligt
3. September 2020
Kiel – Kann das SARS-CoV-2 die Betazellen zerstören und dadurch einen Typ-1-Diabetes auslösen? In vielen Ländern haben Diabetologen während der ersten Welle der COVID-19-Pandemie ungewöhnliche
Kasus: SARS-CoV-2 könnte Typ-1-Diabetes ausgelöst haben
1. September 2020
Heidelberg – SUMO-Proteine („Small Ubiquitin-related MOdifier“) spielen bei der diabetischen Neuropathie offenbar eine bedeutende Rolle. Das berichten Wissenschaftler um Rohini Kuner,
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Anzeige

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER