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Medizin

NSAR erhöhen Risiko für Herzinsuffizienz

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Mailand – Wer regelmäßig nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) einnimmt, könnte damit sein Risiko für eine Herzinsuffizienz erhöhen. Dies geht aus einer Studie der Universität Mailand hervor. Die Forscher um Giovanni Corrao veröffentlichten ihre Ergebnisse im British Medical Journal (2016; doi: 10.1136/bmj.i4857).

Kurzgefasst wirken NSAR über eine Blockade der Cyclooxygenase-1 und der Cyclooxy­genase-2. Diese Enzyme bilden entzündungsfördernde Prostaglandine. Neuere Genera­tionen der NSAR blockieren spezifisch die Cyclooxygenase-2 (COX-2-Hemmer), damit es unter anderem weniger zu gastrointestinalen Nebenwirkungen kommt. In der vorlie­genden Studie untersuchten die Forscher auch das kardiale Risiko, das von dieser vergleichsweise neuen Substanzklasse ausgeht.

NSAR erhöhen das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen. Dies ist laut den Forschern durch eine Vielzahl von Studien belegt. Von den verschiedenen Wirkstoffen geht ein unter­schiedliches Risiko aus. Unklar ist jedoch, wie die Dosis-Wirkungsbeziehung zwischen den NSAR und dem kardiovaskulären Risiko ist. Im Rahmen des multi­natio­nalen Safety-of-Non-Steroidal-Anti-Inflammatory-(SOS-)Projekts konnten die Forscher nun den Zusammenhang zwischen dem individuellen NSAR-Gebrauch und dem Risiko für eine Herzinsuffizienz untersuchen.

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 92.163 Patienten, die wegen einer Herz­insuffizienz eingeliefert wurden, mit 8.246.403 Kontrollpatienten, die wegen anderer Ursachen ins Krankenhaus kamen. Die Daten stammten aus den Niederlanden, Italien, Deutschland und Großbritannien. Insgesamt 27 unterschiedliche Wirkstoffe bezogen die Forscher in die Analyse ein. Unter diesen Wirkstoffen waren unter anderem auch vier selektive COX-2-Hemmer. Die Wissenschaftler verglichen hierbei die Prävalenz der NSAR-Einnahme zwischen den Probanden.

Die Forscher stellten fest, dass eine aktuelle NSAR-Einnahme mit einem um 19 Prozent erhöhten Risiko für eine dekompensierte Herzinsuffizienz verbunden war. Eine NSAR-Einnahme, die mehr als sechs Monate zurücklag, erhöhte das Risiko hingegen nicht. In Bezug auf die Dosis-Wirkungsbeziehung könnten die Wissenschaftler bei fünf der NSAR eine Verdopplung des Risikos feststellen, wenn die Patienten die Medikamente um das Zweifache überdosierten.

Insgesamt zeigte sich bei den meisten Medikamenten ein unterschiedlich starker Anstieg für das Herzinsuffizienzrisiko. Lediglich bei dem COX-2-Hemmer Celecoxib konnten die Forscher keine Risikoerhöhung feststellen. Da dieses Medikament jedoch in den meisten Fällen nur in niedriger Dosierung angewandt wurde, konnten die Wissenschaftler keine Aussage zu den Risiken höherer Dosierungen machen.

Zwar stieg das Risiko für eine Herzinsuffzienz unter der NSAR-Einnahme in der Regel nur moderat, jedoch seien die Ergebnisse aufgrund des breiten Einsatzes von NSAR von wichtiger epidemiologischer Bedeutung, so die Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

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