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Deutsche Medizintechnik auf Wachstumskurs – aber Mittelstand unter Druck

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Berlin – Die deutsche Medizintechnik wächst vor allem im Exportgeschäft: Hier steiger­ten die Unternehmen im vergangenen Jahr ihren Umsatz um rund sechs Prozent. Im Inland verzeichneten die Unternehmen ein Plus von vier Prozent. Das geht aus der Herbstumfrage 2016 des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) hervor, an der sich über 80 Unternehmen beteiligt haben.

Die unterschiedliche Entwicklung spiegelt sich auch beim Ausblick auf das kommende Jahr 2017 wider. Für den deutschen Markt erwarten 26 Prozent eine bessere Geschäfts­lage. 20 Prozent erwarten schlechtere Geschäfte. Der Ausblick fällt damit schlechter als im Vorjahr aus. Positiver sieht es beim Blick auf die weltweite Geschäfts­lage aus: 51 Prozent der Unternehmen erwarten hier eine bessere Entwicklung.

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen kritisieren in der Umfrage regulatorische Hemmnisse und langsame Entscheidungsprozesse in Deutschland. Hauptkritikpunkt der Unternehmen ist aber das Niveau der Erstattungspreise. 60 Prozent bezeichnen das Erstattungsniveau als „eher schlecht“ oder „sehr schlecht“. Nur 16 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen das Niveau der Erstattungspreise in Deutschland als „gut“.

Die MedTech-Unternehmen wünschen sich laut der Umfrage einheitliche europäische Nutzenbewertungsverfahren. Weit oben auf der gesundheitspolitischen Agenda steht auch, Innovationen schneller einzuführen. Die Unternehmen möchten außerdem stärker in die Prozesse des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses eingebunden werden.

„Um die Innovationskraft der MedTech-Branche zu erhalten, müssen wir unsere Erstattungs- und Bewertungssysteme an die Dynamik der Technologien anpassen, damit die Patienten auch in Zukunft ohne Verzögerungen am medizinischen Fortschritt teilhaben können“, forderte der BVMed-Vorstandsvorsitzende Meinrad Lugan bei der Vorstellung der Befragungsergebnisse. © hil/aerzteblatt.de

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