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Medizin

Explosions­verletzungen durch E-Zigaretten

Freitag, 7. Oktober 2016

/dpa

Seattle – Der Lithium-Akku von E-Zigaretten kann zu einem Sicherheitsrisiko werden. Bei einer Überhitzung kann es zur Explosion kommen, die laut einem Bericht im New England Journal of Medicine (2016; 375: 1400-1402) häufig schwere Verletzungen hinterlässt.

Dass sich Lithium-Ionen-Akkus bei Produktionsmängeln innerhalb kurzer Zeit bis zur Selbstentzündung erhitzen könnten, haben zuletzt Besitzer von Smartphones der Firma Samsung erfahren. Ähnliche Probleme sind auch von Laptops oder anderen elektro­nischen Geräten bekannt, zu denen auch E-Zigaretten zählen. Diese enthalten einen Lithium-Akku, der die zur Verdampfung des Liquids nötige Energie liefert. Normaler­weise entstehen dabei keine Temperaturen, die dem Anwender gefährlich werden können. Anders ist die Situation, wenn es infolge von Verunreinigungen oder einer mechanischen Beschädigung des Akkus zu einem Kurzschlussstrom kommt, der die umgebenden Bestandteile innerhalb kurzer Zeit aufheizt.

In diesem Fall kann es zur Explosion der E-Zigarette kommen, die schwere Verletzungen verursachen kann. An der Universität von Washington in Seattle wurden zwischen Oktober 2015 und Juni 2016 15 Patienten mit Verbrennungs­verletzungen in Gesicht, an Armen und Oberschenkel behandelt. Die Verletzungen hatten laut Elisha Brownson und Mitarbeitern schwere kosmetische und funktionelle Folgen. Dazu gehörten bei den Patienten von Brownson neben Hautverbrennungen auch trauma­tische Tätowierungen (durch Einsprengen von Pigmenten in die Dermis) sowie der Verlust von Weichteilen. Die Patienten mussten sich teilweise komplizierten Operationen unterziehen, um ein akzeptables kosmetisches Ergebnis zu erreichen. 

Brownson ist nicht die erste, die vor Bränden und Explosionen von E-Zigaretten warnt. Die US-Feuerwehrbehörde hatte bereits im Oktober 2014 eine Stellungnahme veröffent­licht. Mediziner der Universität von Rochester berichteten kürzlich im Journal of Oral and Maxillofacial Surgery (2016; 74: 1181-1185) über den Fall eines 18-Jährigen, der bei der Explosion einer E-Zigarette ausgedehnte Verletzungen im Mundraum mit Fraktur und Verlust von Zähnen erlitt. © rme/aerzteblatt.de

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