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Ausland

Debatte um Sterbehilfe in Südafrika

Montag, 10. Oktober 2016

Kapstadt – In Südafrika ist eine Debatte über Sterbehilfe entbrannt. Auslöser war eine Videobotschaft des Friedensnobelpreisträgers Desmond Tutu, in der der emeritierte Erzbischof die Möglichkeit der Beihilfe zum Suizid befürwortete. Die Vorsitzende der südafrikanischen Hospiz- und Palliativpflege-Vereinigung, Liz Gwyther, warnte am Montag vor Konsequenzen. „Das ist ein heikles Thema“, sagte sie dem Nachrichten­portal News24 am Montag. Die Vorstellung, dass Menschen, die sich in einer schwierigen Situation befänden, Sterbehilfe quasi angeboten werde, bereite ihr Sorgen.

Mit Blick auf das Thema Palliativpflege unterstellte Gwyther Tutu, falsch informiert zu sein. „Das Recht, in Würde zu leben und zu sterben, ist ein Grundprinzip der Palliativ­pflege“, betonte sie. Es gehe darum, Schmerzen zu verringern und es kranken Menschen dadurch zu ermöglichen, bis zu ihrem natürlichen Tod zu leben.

Vergangenen Freitag hatte Tutu für Schlagzeilen gesorgt, als er die Möglichkeit von Sterbehilfe für sich selbst nicht ausschloss. Er wolle nicht um jeden Preis am Leben gehalten werden, schrieb Tutu in einem Beitrag für die Washing­ton Post am vergangenen Freitag, seinem 85. Geburtstag. Nun, da er dem Ende des Lebens näher sei als dem Beginn, wünsche er sich, selbst die Methode bestimmen zu können, durch die er die „nächste Phase seines Lebenswegs“ erreiche. „Sterbende sollten das Recht haben zu wählen, wie und wann sie Mutter Erde verlassen“, so Tutu.

Tutu hatte sich bereits in der Vergangenheit für die Möglichkeit der Sterbehilfe ausge­sprochen. Der emeritierte Erzbischof leidet an Prostatakrebs. In den vergangenen Wochen war er zudem zweimal kurz hintereinander im Krankenhaus wegen einer Infektion behandelt worden.

An seinem 85. Geburtstag, den Tutu am Freitag mit einem Gottesdienst in der anglikani­schen Georgs-Kathedrale von Kapstadt feierte, wirkte er sichtlich geschwächt. Der Geistliche, der in Südafrika und international für seinen Kampf gegen die Rassen­trennung hoch geachtet ist, hatte 1984 den Friedensnobelpreis erhalten. © kna/aerzteblatt.de

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