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Cybathlon: Deutsches Team siegt in der Disziplin Exoskelett

Dienstag, 11. Oktober 2016

Cybathlon Pilot van Rüschen im Parcours /SRF

Kloten – Am vergangenen Samstag fand der weltweit erste Cybathlon statt. Im Mittelpunkt standen Assistenztechnologien für Menschen mit Behinderung, teils etablierte aber auch völlig neue Prototypen gingen ins Rennen. Rund 4.600 Zuschauende kamen in die SWISS Arena Kloten und feuerten die 66 internationalen Teams an.

Sechs Disziplinen standen auf dem Programm: Jeweils zwölf Piloten waren beim Hinder­nis­parcours mit Beinprothesen, beim Parcours mit motorisierten Rollstühlen, beim Fahrrad­rennen mit elektrischer Muskelstimulation und beim virtuellen Rennen mit Gedankensteuerung am Start. Zehn Piloten gingen beim Geschicklichkeits­parcours mit Armprothesen und acht Teilnehmende beim Parcours mit robotischen Exoskeletten (EXO) ins Rennen.

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In der Disziplin EXO stand am Ende des Tages ein deutsches Team auf dem ersten Platz. Der Pilot André van Rüschen bewältigte den Parcours mit dem kommerziell erhältlichen ReWalk-Exoskelett am besten. Hinsetzen und wieder aufstehen, über eine schräge Rampe laufen und zuletzt, das Hindernis für das die Piloten die meisten Punkte erhalten, einige Treppenstufen hoch und runter gehen.

Interview mit André van Rüschen / youtube, Cybathlon 2016

Knapp drei km/h und bis zu viereinhalb Stunden am Stück können Querschnittsgelähmte mit dem Hilfsmittel gehen, bevor der Akku aufgeladen werden muss. Die Technik tragen die Piloten auf dem Rücken. Beim Cybathlon wogen die verschiedenen Modelle zwischen 13 und mehr als 30 Kilogramm. Die Bewegungen sind unter anderem auch aufgrund des Gewichts auf Dauer extrem anstrengend. Gegenüber den anderen Piloten hatte van Rüschen, abgesehen von der etablierten Technik, einen entscheidenden Vorteil: Er ist der erste Patient, der je in einem Exoskelett gelaufen ist und blickt somit auf einige Jahre Übung zurück. Geleitet wurde das Team von dem Produktmanager Andreas Reinauer.

Die besten Techniken und ihre Piloten:

  • Robert Radocy vom Team DIPO Power im Geschicklichkeitsparcours mit Armprothesen
  • Mark Muhn vom Team Cleveland beim Fahrradrennen mit elektrischer Muskelstimulation
  • Florian Hauser vom Team HSR Enhanced beim Parcours mit motorisierten Rollstühlen
  • André Van Rüschen vom Team ReWalk beim Parcours mit robotischen Exoskeletten
  • Numa Poujouly vom Team Brain Tweakers beim virtuellen Rennen mit Gedankensteuerung
  • Helgi Sveinsson vom Team OssurRheoKnee beim Hindernisparcours mit Beinprothesen

Noch sind die Orthesen wenig verbreitet und werden vor allem in Kranken­häusern in der Physiotherapie einge­setzt. Mit Hilfe eines Exoskeletts können Quer­schnitts­gelähmte wieder aufrecht stehen und ihren Mitmenschen auf Augenhöhe begegnen. Allein dieser Vorteil wirkt sich schon positiv auf den gesamten Gesundheitszustand aus, auch auf das Gemüt.

Im August 2016 gab das Sozialgericht Speyer das erste Urteil bekannt, dass das ReWalk-Exoskelett-System medizinisch notwendig sei und die Kosten von der Krankenkasse für einen Menschen mit Rückenmarksverletzung (spinal cord injury/SCI) erstatten werden müssen. Durch dieses Gerichtsurteil wurde die ursprüngliche Ablehnung des Anspruchs durch den Kostenträger, eine gesetzliche Krankenkasse, aufgehoben.

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© gie/aerzteblatt.de

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