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Ärzteschaft

Diabetologen fordern Regierungs­beauftragten für Diabetes und Adipositas

Dienstag, 11. Oktober 2016

/dpa

München – Zum heutigen Welt-Adipositas-Tag haben Diabetologen und Wissenschaftler politische Initiativen gegen die Adipositas-Epidemie bei Kindern und Jugendlichen gefor­dert. „Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen sind in Deutschland ein ernstes Problem“, warnte Baptist Gallwitz, Präsident der Deutschen Diabetes Gesell­schaft (DDG). Die letztverfügbaren und repräsentativen Daten für Deutschland wurden 2003 bis 2006 gemessen (KiGGS1). Danach sind fünfzehn Prozent der 3- bis 17-Jähri­­­gen übergewichtig.

„Ihnen droht im Erwachsenenalter ein erhöhtes Risiko für chronische Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislaufleiden, Krebs, Gelenkverschleiß und psychische Probleme“, warnte Jens Kröger, Vorstandsvorsitzender von diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe.

„Um dieser leidvollen und kostenintensiven Entwicklung entgegenzusteuern, benötigen wir einen Beauftragten der Bundesregierung für Diabetes und Adipositas“, forderte Krö­ger. Dieser könne beispielsweise auf die Bundesländer einwirken, ver­pflichtende Quali­tätsstandards für das Essen an Schulen und Kitas einzuführen. Derzeit sei in Deutsch­land eine gesunde Kita- und Schulverpflegung noch die Ausnahme.

Als eine konkrete Maßnahme fordern DDG und diabetesDE wiederholt von der Poli­tik, Lebensmittel­wer­bung, die an Kinder gerichte­t ist, zu verbieten. Fett- und zucker­hal­tige Nahrungsmittel und Ge­trän­ke seien noch immer die meist beworbenen Produkte im Fernsehen und Internet, so die beiden Gesellschaften.

„Mir fehlt in der Politik das grundsätzliche Verständnis für die Probleme, die wir momen­tan im Zusammenhang mit Adipositas haben. Man kann im Grunde von einer Diskriminie­rung der Menschen mit Adipositas durch die Politik sprechen“, sagte Hans Hauner, Sprecher des Kompetenznetzes Adipositas. Jedes Jahr belasteten die Folgeerkran­kun­gen von Adipositas das Gesundheitssystem mit zweistelligen Milliardenbeträgen. Präven­ti­onsmaßnahmen könnten diese Kosten deutlich reduzieren.

Laut Kompetenznetz liegt Deutschland in Sachen Prävention von Übergewicht, Herz-Kreislauferkrankungen, Krebs und Diabetes aber hinter der internationalen Ent­wicklung zurück. „Die Komplexität des Problems ruft nach einem gesamtgesell­schaftli­chen Ansatz, dafür sind Strategien in Zusammenarbeit von Politik mit Betroffenen, Wissen­schaftlern, Krankenkassen, Bildungseinrichtungen und anderen Stakeholdern nötig“, so Hauner. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #555822
j.g.
am Dienstag, 11. Oktober 2016, 22:13

BeauftragtIn

... dann muß unbedingt auch ein/e Beauftragte/r für Alkohol und für Motorradfahrer her.
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