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ADHS: Eckpunktepapier soll helfen, Versorgung zu verbessern

Freitag, 14. Oktober 2016

Berlin – Das „zentrale adhs-netz“ hat mit Förderung des Bundesministeriums für Ge­sund­heit (BMG) neue Eckpunkte zur Verbesserung der medizinischen Versorgung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Aufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erarbeitet. Sie fassen den wissenschaftlich weitgehend gesicherten Kennt­nis­stand zu den Ursachen und den Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung zusammen und sollen Betroffene und Nichtbetroffene informieren sowie zur Versachlichung der öffentlichen Diskussion beitragen.

„Wenn Kinder oder Erwachsene an ADHS erkrankt sind, betrifft das meist die gesamte Familie“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU). Deshalb sei es wich­tig, Betroffene umfassend zu betreuen und ihre Familien in die Behandlung mitein­zube­ziehen. „Die neuen Eckpunkte des zentralen adhs-netzes sind eine wichtige Grundlage dafür, Betroffene nach den neusten Erkenntnissen zu behandeln. Sie bieten wertvolle Impulse für die zukünftige fachliche Diskussion und die Weiterentwicklung der Versor­gung“, so der Minister.

Das zentrale adhs-netz hat in Zusammenarbeit mit 17 Fachverbänden das Eckpunkte­papier entwickelt. Dem Netzwerk zufolge zeigen die Ergebnisse, dass nicht nur wirkungs­volle Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen, sondern auch, dass ADHS-Symptome durch präventive Maßnahmen bereits im Vorschul- und Schulalter frühzeitig vermindert werden können.

Neben verhaltenstherapeutisch fundierten Behandlungen im Einzel- und Gruppensetting hat sich dem Netzwerk zufolge besonders die pharmakologische Therapie bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen als wirkungsvoll erwiesen. Die Pharmakotherapie sei da­her ein wesentlicher Behandlungsbaustein, jedoch nicht bei allen Patienten notwendig. Zudem bedürfe sie einer Einbettung in ein multimodales Behandlungs­konzept, das zu­mindest eine intensive Beratung der Betroffenen umfasst. Häufig, jedoch nicht immer, seien zusätzlich verhaltenstherapeutische Interventionen indiziert.

„Wir wollen mit den Eckpunkten deutlich machen, dass ADHS eine häufige psychische Störung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist, die oft chronisch verläuft und für die wirkungsvolle Behandlungsoptionen zur Verfügung stehen“, sagte Manfred Döpf­ner, Professor für Psychotherapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Uniklinik Köln und Sprecher des zentralen adhs-netzes. Zudem gebe es mittlerweile Präventio­ns­mög­lichkeiten, die stärker genutzt werden müssten. Darüber hinaus gebe es noch Ver­besserungsbedarf bei der Diagnostik, Prävention und Therapie sowie bei der inter­diszi­plinären Zusammenarbeit der Leistungserbringer im Gesundheitssystem. © hil/sb/aerzteblatt.de

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