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Ausland

UN: Mädchen in Entwicklungsländern brauchen mehr Unterstützung

Freitag, 21. Oktober 2016

/dpa

Berlin – Der UN-Bevölkerungsfonds hat an die Internationale Gemeinschaft appelliert, mehr in die Zukunft heranwachsender Mädchen zu investieren. Eine gute Bildung und Gesundheitsversorgung heranwachsender Mädchen könne die soziale und wirtschaft­liche Entwicklung armer Länder deutlich voranbringen. Dies geht aus dem neuen Welt­be­völkerungsbericht des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) hervor, der heute in Berlin vorgestellt wurde.

„Fast neun von zehn junge Mädchen leben in Entwicklungsländern und sind prekären Lebensbedingungen ausgesetzt“, erklärte die Repräsentantin des Fonds, Bettina Maas. Weltweit gingen rund 62 Millionen dieser heranwachsenden Mädchen nicht zur Schule, unter anderem weil sie in eine Kinderehe gezwungen und früh schwanger würden, weil sie im Haushalt gebraucht würden oder weil sie auf der Flucht seien. Das sei eine gra­vierende Verletzung ihrer Menschenrechte.

Gerade bei Mädchen auf der Flucht, wie derzeit vor allem in Syrien, im Jemen oder im Irak, sei die psychische Belastung der Mädchen extrem hoch, machte Maas deutlich. Hinzu komme, dass sie nicht zur Schule gehen könnten und in Lagern sehr oft sexueller Ausbeutung ausgesetzt seien.

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Der Bericht legt einen Schwerpunkt auf die heute zehnjährigen Mädchen. Mit der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung hätten sich 193 Länder der UN verpflichtet, bei den Ent­wicklungsfortschritten bis zu diesem Datum niemanden zurückzulassen. Das bedeute, dass dringend mehr für die Lebensperspektiven dieser Mädchen getan werden müsse, unterstrich Maas.

Die Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW), Renate Bähr, er­läuterte: „Weltweit werden jeden Tag rund 47.700 unter 18-jährige Mädchen verheiratet, und alle zehn Minuten stirbt ein Mädchen durch Gewalteinwirkung. Das sollte die Inter­na­tio­nale Gemeinschaft endlich wach rütteln.“

In Entwicklungsländern ist den Angaben zufolge jedes dritte Mädchen bei einer Ehe­schlie­ßung noch keine 18 Jahre alt. Die weltweit häufigste Todesursache bei Mädchen zwischen 10 und 19 Jahren ist demnach die Immunschwächekrankheit Aids. An zweiter Stelle stünden Selbsttötungen. In der Gruppe der 15- bis 19-Jährigen seien Selbst­tötun­gen sogar die häufigste Todesursache. © dpa/aerzteblatt.de

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