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Medizin

PCOS: Resveratrol bessert Hormonhaushalt in Studie

Donnerstag, 20. Oktober 2016

dpa

Posen – Resveratrol, ein in Weintrauben und einer Reihe anderer Früchte enthaltenes Polyphenol, hat in einer kleinen randomisierten Studie im Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism (2016; doi: 10.1210/jc.2016-1858) die Hormonwerte von Frauen mit Polyzystischem Ovar-Syndrom (PCOS) deutlich verbessert.

Mit einer Prävalenz von 6 bis 18 Prozent ist das PCOS eine häufige hormonelle Störung von Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. Die meist übergewichtigen Frauen klagen über Zyklusstörungen mit seltener bis ganz ausbleibender Periode sowie über einen Hirsutismus oder andere Androgenisierungserscheinungen wie Hautunreinheiten oder fettiges Haar. Bei vielen Frauen liegt eine Insulinresistenz vor, die das Diabetesrisiko erhöht, erhöhte Lipidwerte und Entzündungsparameter wie CRP deuten auf ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko hin.

Die Ursache der Erkrankung ist nicht genau bekannt. Eine vermehrte Bildung von männlichen Geschlechtshormonen im Ovar und auch in den Nebennieren ist ein gemeinsamer Nenner. Eine Behandlung mit Antiandrogenen ist in der Regel nicht akzeptabel, und viele Frauen lehnen auch die Einnahme von hormonellen Kontrazeptiva ab, die eine gute Wirkung erzielen können.

Bei ihren Experimenten an Thekazellen des Ovars war Forschern der Medizinischen Universität Posen aufgefallen, dass Resveratrol, ein natürliches Polyphenol in Trauben, Nüssen und Beeren mit entzündungshemmenden, antioxidativen und möglicherweise auch kardioprotektiven Eigenschaften, die Bildung von Testosteron (nicht aber von Progesteron) hemmen kann. Zusammen mit Endokrinologen der Universität von Kalifornien in San Diego wurde deshalb eine erste klinische Studie organisiert, an der in Posen insgesamt 30 Frauen mit einem PCOS (nach den Rotterdam-Kriterien) teilnahmen.

Die Frauen nahmen über einen Zeitraum von drei Monaten täglich eine Kapsel ein, die bei der Hälfte der Frauen das Resveratrol-Supplement eines US-Herstellers und bei der anderen Hälfte ein Placebo enthielt. Primärer Endpunkt war das Gesamt-Testosteron im Serum.

Hier kam es, wie das Team um Antoni Duleba, Universität Posen, berichtet, zu einem deutlichen Rückgang um 23,1 Prozent (während es in der Placebo-Gruppe zu einem Anstieg um 2,9 Prozent kam). Resveratrol hemmte nicht nur die Androgenproduktion im Ovar. Auch die Variante DHEAS (Dehydroepiandrosteron-Sulfat), die überwiegend in den Nebennieren produziert wird, wurde um 22,2 Prozent gesenkt (Anstieg um 10,5 Prozent in der Placebo-Gruppe).

Des Weiteren kam es zu einer Senkung der Insulinkonzentration im Serum um 31,8 Prozent. Der „Insulin Sensitivity Index“ verbesserte sich um 66,3 Prozent. Bis auf vorübergehende Sensibilitätsstörungen bei zwei Frauen wurden die Resveratrol-Supplemente gut vertragen.

Dies sind gute Ergebnisse, die die Durchführung weitergehender klinischer Studien rechtfertigen würden, um einen medizinischen Nutzen beim PCOS zweifelsfrei zu belegen. Dass es dazu kommt, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Der US-Hersteller vertreibt sein Präparat als Nahrungsergänzungsmittel und muss zum Beleg der Wirkung keine klinischen Studien durchführen. Er darf allerdings auch nicht behaupten, dass das Mittel einen klinischen Nutzen bei PCOS hat. Dann wäre Resveratrol als Arzneimittel zulassungspflichtig und eine große Phase 3-Studie unverzichtbar. © rme/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #671446
nabilabdulkadirdeeb.germany&
am Sonntag, 23. Oktober 2016, 01:23

Die Entwicklung effektiver Behandlungen von polyzystischen Ovarien ( = PCOS ) bleibt eine Herausforderung .





Nabil Abdul Kadir DEEB

Arzt - Physician - Doctor

PMI-Ärzteverein e.V.



Das Syndrom der polyzystischen Ovarien ( = PCOS ) : -

Pathophysiologie des PCOS : Bisher gelang es nicht, einen einzelnen ätiologischen Faktor für die Bandbreite der verschiedenen Symptome bei PCOS zu identifizieren. Obwohl die pathophysiologischen Eigenschaften des PCOS bisher nicht vollständig verstanden sind, ist bekannt, dass komplexe Wechselwirkungen zwischen Gonadotropinen, den Ovarien, Androgenen und Insulin bestehen . Die primäre Störung in der Pathogenese des PCOS ist noch unbekannt, und bisher existieren verschiedene Theorien zu Defekten der ovariellen oder adrenalen Steroidbiosynthese, einer gestörten hypothalamisch-hypophysären Funktion und einer gestörten Lipolyse oder Insulinresistenz. Ein mögliches pathogenetisches Szenario sieht folgendermaßen aus: nach Stimulation mit LH produzieren ovarielle Thekazellen vermehrt Androgene. Die Androgen-Biosynthese wird durch das Cytochrom-P- 450 c17 gesteuert, ein Enzym mit 17 alfa Hydroxylase und 17, 20-Lyase-Aktivität, welche beide für die Produktion von Androstendion erforderlich sind. Dieses Androgen wird dann entweder durch die 17 beta -Hydroxysteroid-Dehydrogenase (17- beta -HSD) zu Testosteron oder durch das Enzym Aromatase (Cytochrom-P-450arom) zu Östron umgewandelt. In den Granulosazellen wird Östron von der 17- beta -HSD dann zu Estradiol umgewandelt. In-vivo- und In-vitro-Studien (kultivierte Thekazellen) haben gezeigt, dass ovarielle Thekazellen bei Frauen mit PCOS Androgenvorstufen häufiger zu Testosteron umwandeln als normale Thekazellen. Während LH die Androgensynthese in den Thekazellen stimuliert, reguliert FSH die Aromatase-Aktivität in den Granulosazellen und somit den Anteil der Östrogenproduktion aus Androgenvorstufen. Wenn die Konzentration von LH relativ zu der von FSH steigt, produzieren die Ovarien bevorzugt Androgene.

Bei adipösen Frauen mit PCOS kommt es zu einer Hypersekretion von Insulin. Insulin wiederum stimuliert die Androgensekretion der Thekazellen und damit kommt es zu Zyklusstörungen und Hirsutismus. Der Anteil an Diabetikerinnen bei adipösen Frauen mit PCOS beträgt 10–15 %.

Die Entwicklung effektiver Behandlungen von PCOS bleibt eine Herausforderung, da die Verwendung von Anti-Androgene wie Spironolacton, Flutamid oder Cyproteronacetat und die Unterdrückung der Eierstockfunktion ist oft klinisch inakzeptabel.

Resveratrol gehört zu den besonders hoch wirksamen Radikalfängern aus der Natur und ist daher in der Lage, oxidativen Stress zu minimieren. Zudem besitzt es die Eigenschaft eines ambiphilen Antioxidans, da es sowohl fett- als auch wasserlöslich ist. Aufgrund der vielfältigen pharmakologischen Wirkungen von Resveratrol werden Risikofaktoren betreffend Herz, Gefäße, Blutdruck, Demenz und entzündliche Prozesse vermindert.

Extraktqualitäten :-
In speziellen Extrakten aus Traubenschalen findet man neben trans-Resveratrol auch zahlreiche Resveratrol-Dimere (e - Viniferin ) und -Oligomere sowie den Resveratrol-Metabolit Piceatannol, die zum Teil wesentlich stärkere biologische Eigenfunktionen als trans-Resveratrol selbst entfalten.

Daher sollten unter der Bezeichnung und Wirkung von Resveratrol auch diese Inhaltsstoffe neben trans-Resveratrol berücksichtigt werden. Zudem enthalten Traubenschalenextrakte auch noch andere pharmakologisch relevante Inhaltsstoffe wie Flavonoide, Proanthocyanidine (OPC) und Anthocyane.

http://ftp.aerztezeitung.de/extras/leserkommentare/?sid=600848&pid=607800

Literatur beim Verfasser Nabil Abdul KadirDEEB .

Mit freundlichen kollegialen Grüßen

Ihr
Nabil Abdul Kadir DEEB
Arzt - Physician - Doctor

PMI-Ärzteverein e.V.
Palästinamedico International Ärzteverein - ( P M I ) e.V.
Department of Medical Research
Département de la recherche médicale

53173 Bonn- Bad Godesberg / GERMANY

e.mail: doctor.nabil.deeb.pmi.germany@googlemail.com



Doctor Nabil Abdul Kadir DEEB & Fatima ZahraBoukantar - DEEB

Journalisten - Abteilung beim Foerderverein Palaestinensischer Aerzte und Akademiker e.V.
Foerderverein Palastinensischer Aerzte und Akademiker e.V.
53173 BONN - GERMANY .
e.mail: doctor.nabil.deeb.pmi.germany@googlemail.com
or
e.mail: doctor.nabilabdulkadirdeeb@googlemail.com
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