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Medizin

Schwangerschaft nach Adipositaschirurgie birgt Komplikationen

Donnerstag, 20. Oktober 2016

Seattle – Frauen, die nach einer bariatrischen Operation schwanger werden, bekamen in einer Kohortenstudie in JAMA Surgery (2016; doi:10.1001/jamasurg.2016.3621) häufiger Kinder, die zu früh, zu klein oder mit einem ungünstigen Apgar-Score geboren wurden. Sie mussten auch häufiger auf einer Intensivstation behandelt werden.

In den USA ist ein Fünftel aller Frauen bei der Befruchtung adipös. Für Frauenärzte stellt sich die Frage, ob stark adipösen Frauen mit Kinderwunsch vor der Schwanger­schaft zu einer bariatrischen Operation geraten werden sollte. Ein Argument ist die Vorbeugung von Komplikationen wie Hypertonie, Gestationsdiabetes oder einer Makrosomie. Andererseits schränken die bariatrischen Operationen die Resorption von Nährstoffen im Darm ein, und am Ende könnte nicht genug für das Kind übrig bleiben. 

Brodie Parent vom University of Washington Medical Center in Seattle und Mitarbeiter haben zu dieser Frage die Geburtsregister des Staates Washington mit dem „Hospital Abstract Reporting System“ (CHARS) abgeglichen, das die Gründe für Krankenhaus­behandlungen erfasst. Sie stießen dabei auf 1.859 Frauen, die nach einer bariatrischen Operation ein Kind bekommen hatten. Der Vergleich mit einer Stichprobe von 8.437 Frauen zeigt, dass die bariatrische Operation Nachteile für die Kinder haben kann.

Nach einer bariatrischen Operation kam es häufiger zu Frühgeburten (14 versus 8,6 Prozent in der Vergleichsgruppe). Die Kinder wurden häufiger auf einer neonatalen Intensivstation behandelt (15 versus 11 Prozent), sie waren häufiger zu klein für ihr Alter (13 versus 8,9 Prozent) und es wurde häufiger ein niedriger Apgar-Score (18 versus 15 Prozent) festgestellt.

Das Risiko auf ungünstige Startchancen für das Kind waren umso größer, je kürzer der Abstand zwischen bariatrischer Operation und Schwangerschaft waren. Parent rät den Frauen, mindestens zwei bis drei Jahre zu warten, bevor sie sich ihren Kinderwunsch erfüllen. © rme/aerzteblatt.de

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