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Tübinger Ärzte transplantieren Gebärmutter

Montag, 24. Oktober 2016

Tübingen – Ärzte des Universitätsklinikums Tübingen haben einer 23 Jahre alten Pa­tien­tin in einer mehrstündigen Operation eine Gebärmutter transplantiert. Der Ein­griff, der nach Angaben des Klinikums erstmals in Deutschland erfolgreich durchge­führt wurde, sei ohne Komplikationen verlaufen, teilte das Universitätsklinikum mit.

Die junge Frau sei wegen einer angeborenen Fehlbildung, des sogenannten Mayer-Ro­kitansky-Küster-Hauser-Syndroms, unfruchtbar gewesen und habe die Gebärmutter als Lebendspende erhalten. Von wem das Spenderorgan stammte, wurde nicht mitgeteilt.

An der Operation war den Angaben zufolge auch ein Team des schwedischen Gynä­ko­logen Mats Brännström vom Universitätsklinikum Göteborg beteiligt. Brännström hat dort bereits gezeigt, dass der Eingriff machbar ist und dass auf diesem Weg gesunde Kinder geboren werden können. Im Jahr 2014 brachte in Göteborg zum ersten Mal weltweit eine Frau mit einer gespendeten Gebärmutter ein gesundes Baby zur Welt, danach hat es noch weitere Fälle gegeben und außerdem Versuche in weiteren Ländern.

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In Deutschland ist die Transplantation einer Gebärmutter seit einiger Zeit auch von mehre­ren Teams an anderen Universitätskliniken vorbereitet worden. In Tübingen seien die Planungen seit mehreren Jahren gelaufen, hieß es weiter.

Von der sogenannten absoluten uterinen Infertilität seien etwa drei bis fünf Prozent aller Frauen betroffen, darunter auch die 23-Jährige, teilte die Uniklinik mit. Außer durch Adop­tion oder eine in Deutschland allerdings verbotene Leihmutterschaft sei es ihnen bislang unmöglich gewesen, Kinder zu haben.

Nach Angaben der Uniklinik Erlangen, wo eine Gebärmuttertransplantation ebenfalls seit einiger Zeit vorbereitet wird, kommen für eine solche Operation Frauen infrage, deren Ge­bärmutter zu klein ist oder von Geburt an fehlt oder entfernt werden musste. Als be­vor­zugte Spender gelten den Angaben zufolge lebende Verwandte, etwa Mutter oder Schwester – weil die Eingriffe dann besser planbar sind.

Die Deutsche Gesellschaft für Reproduktionsmedizin hatte eine Gebärmuttertrans­plan­ta­tion zunächst abgelehnt, ihre Skepsis nach den Erfolgen in Schweden dann aber abge­legt. © dpa/aerzteblatt.de

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