NewsÄrzteschaftWeltärztebund warnt vor Cyberattacken auf Gesundheits­einrichtungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Weltärztebund warnt vor Cyberattacken auf Gesundheits­einrichtungen

Mittwoch, 26. Oktober 2016

/dpa

Berlin/Taipeh – Die Delegierten des Weltärztebundes (WMA) haben bei ihrer 67. Gene­ral­ver­sammlung in Taipeh auf Initiative der Bundes­ärzte­kammer (BÄK) vor Cyber­an­griffen auf Gesundheitseinrichtungen gewarnt. Die bisherigen Sicherheitsstandards rei­chen nach Ansicht des WMA nicht aus, um der Cyberkriminalität entgegenzutreten. Da­her rief der WMA Regierungen und zuständige Behörden dazu auf, geeignete Schutz­maßnahmen zu entwickeln. Auch Ärzten müsse die Gefahr von Cyberangriffen bewusst sein, betonten die Delegierten.

Auf die Gefahr von Hackerattacken auf Krankenhäuser und andere Einrichtungen hatte schon der 118. Deutsche Ärztetag 2015 gewarnt. Das Gesundheitsnetz sei ein hoch sen­sibles Netz. Daher könne ein Angriff schnell zu einer Gefährdung und Verängstigung der Bevölkerung führen. „Deshalb sollte gerade dieses Netz besonderen Schutz erfahren“, heißt es in dem Entschließungsantrag der Ärztetagsdelegierten.

Anzeige

Der WMA verabschiedete auf seiner Generalversammlung eine Reihe weiterer Stellung­nahmen und Deklarationen: An erster Stelle verurteilte er Angriffe auf Gesundheits­ein­rich­tungen, Mitarbeiter des Gesundheitswesens und Patienten in Syrien. Alle Staaten müssten die internationalen Gesetze zum Schutz des medizinischen Personals sowie von Krankenhäusern und anderen Gesundheitseinrichtungen einhalten, erklärten die Dele­gierten. Nach Angaben der BÄK wurden seit Beginn des Bürgerkrieges in Syrien circa 270 Gesundheitseinrichtungen angegriffen und 760 Mitarbeiter getötet.

Im Kampf gegen Übergewicht bei Kindern fordert der WMA neben Werbebe­schränkun­gen auch höhere Steuern auf Lebensmittel mit geringem Nährstoffgehalt und zuckerhal­tige Getränke. Die Schulen sollten körperliche Aktivitäten stärker fördern und mit Ernäh­rungsexperten zusammenarbeiten.

In der sogenannten Deklaration von Taipeh gibt der WMA Ärzten außerdem ethische Empfehlungen für die Sammlung und Verwendung von identifizierbaren Gesundheits­da­ten und biologischem Material in Gesundheitsdatenbanken und Biobanken. Besonders betont wird dabei das Recht auf Autonomie, Datenschutz und Vertraulichkeit. Die Dekla­ration wurde in einem vierjährigen Prozess von einer WMA-Arbeitsgruppe vorbereitet, der auch die BÄK angehörte. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS

Nachrichten zum Thema

16. Januar 2019
Berlin – Deutschland benötigt klare und einheitliche Regelungen, um sensible Gesundheitsdaten bestmöglich zu schützen. Darauf haben Experten bei einem Fachgespräch mit dem Gesundheitsausschuss des
Klare Regeln zum Schutz von Gesundheitsdaten notwendig
16. Januar 2019
Berlin – Ein brisanter Aktenfund auf dem Gelände eines früheren Geheimkrankenhauses der DDR-Staatssicherheit sorgt in Berlin für Wirbel. In einem leerstehenden Gebäude des weitläufigen Komplexes in
Akten von 25.000 Patienten auf Klinikgelände gefunden
15. Januar 2019
Gütersloh/Hamburg – Faxgeräte bieten Hackern leichte Einstiegsmöglichkeiten in Netzwerke. Aufgrund der vorhandenen Sicherheitslücken will etwa der National Health Service in England bis 2020 Faxgeräte
Initiative will Ende des Faxversands beschleunigen
11. Januar 2019
Berlin – Bis zum Jahr 2021 sollen nach dem Willen des Gesetzgebers alle Krankenkassen ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) anbieten. Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der
„Neuen Sicherheitsmaßnahmen stehen stets auch neue Angriffsmöglichkeiten gegenüber“
11. Januar 2019
Köln – Die Auswertung großer Datenbestände – Big Data – für die medizinische Forschung aber auch für die individuelle Therapieplanung gilt weithin als äußerst vielversprechende Option für den
„Big Data“ in der Medizin nicht unproblematisch
7. Januar 2019
Berlin – Vor dem Hintergrund des Datendiebstahls und der Veröffentlichung sensibler Daten von Prominenten auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ist auch der Gesundheitsbereich erneut in den Fokus der
Datenschutz: Jeder Einzelne ist in der Pflicht
4. Januar 2019
München – Angesichts der Veröffentlichung von persönlichen Daten Hunderter deutscher Politiker und Prominenter im Internet nach einem Hackerangriff hat die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Bayerns
LNS LNS

Fachgebiet

Anzeige

Weitere...

Aktuelle Kommentare

Archiv

Anzeige
NEWSLETTER