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Statistisches Jahrbuch 2016: Gesund leben kostet

Donnerstag, 27. Oktober 2016

Berlin – Seit Jahren steigen die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland stetig an. Auch 2014 hat die Summe wieder um gute 13 Milliarden zugenommen. Faktoren, die zu einem gesunden Leben beitragen, hat das Statistische Bundesamt (Destatis) in seinem Jahrbuch ausgewertet und heute vorgestellt. Die Erhebungen stammen aus den Jahren 2013 und 2014.

Kosten nach Ausgabenträger (2014)

  • öffentiche Haushalte: 4,5 %
  • gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung: 58,5 %
  • soziale Pflegeversicherung: 7,8 %
  • gesetzliche rentenversicherung: 1,3 %
  • gesetzliche Unfallversicherung: 1,6 %
  • private Kranken-/Pflegeversicherung: 8,9 %
  • Arbeitgeber/innen: 4,3 %
  • private Haushalte, - Organisationen ohen rewerbszweck: 13,2 %

Quelle: Statistisches Jahrbuch 2016, S. 141

Im Jahr 2014 betrugen die Ausgaben für Gesundheit in Deutschland  328 Milliarden Euro, was elf Prozent des Bruttoinlandproduktes entspricht und 4.050 Euro pro Kopf. Im Jahr 2000 lagen sie noch bei 214 Milliarden Euro.

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Darin mit einberechnet wurden unter anderem Kosten von Versicherungen, ärztliche und pflegerische Leistungen, Ausgaben für Arznei- und Hilfsmittel sowie die von ambulanten Einrichtungen oder Rettungsdiensten. Über die Hälfte der Ausgaben lassen sich auf die gesetzlichen Krankenkassen zurückführen (siehe Kasten).

Zur Gesundheit trägt auch das persönliche Wohlbefinden, eine ausgewogene Ernährung, Verzicht auf bestimmte Genussmittel und Bewegung bei. Diese Parameter hat das Statistische Bundesamt ebenfalls untersucht.

Konstanter Fleischkonum, weniger Obst udn Zucker, mehr Gemüse und Kartoffeln
Einwohner in Deutschland konsumierten im Jahr 2014 durchschnittlich rund 87 kg Fleisch und Fleischwaren. An erster Stelle steht Schweinefleisch mit 52,1 kg/Jahr/Einwohner, an zweiter Stelle Geflügel mit 19,1 kg und Rind mit 12,7 kg. „Der Trend zu vegetarischer oder veganer Lebensweise spiegelt sich (noch) nicht in diesen Zahlen wider“, schlussfolgerte Sarreither. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch ist seit 2001 nur um 1 kg zurückgegangen. Auf den Tellern landete 2014/2015 dafür etwas mehr frisches Gemüse (97 kg) als 2000/2001 (94 kg). Auch Frischmilcherzeugnisse und Käse wurden beliebter (2001: 103 kg; 2014: 109 kg). Der Konsum von frischem Obst mit 65 kg pro Kopf für 2014/2015 war dagegen deutlich rückläufig (2000/2001: 75 kg). Dem standen durchschnittlich 32 kg Zucker (2000/2001: 35 kg) und 21 kg Butter oder pflanzliche Fette (2000/2001: 24 kg) je Einwohner/-in gegenüber. (Statistisches Jahrbuch, Seite 177)

Ausgewogene Ernährung habe aber auch etwas mit den finanziellen Möglichkeiten zu tun, gibt Sarreither zu Bedenken. Laut der Auswertung von Destatis lebt jeder zwölfte in einem Haushalt, in dem die finanziellen Mittel fehlen, um jeden zweiten Tag eine vollwertige Mahlzeit auf den Tisch zu bringen.

Weniger Zigaretten und Bier
Relativ konstant geblieben sind auf den ersten Blick die Aufwendungen für alkoholische Getränke (26 Euro) und Tabakwaren (17 Euro). Berücksichtigt man jedoch die Preis­steigerungen von 13 Prozent für Alkohol und 63 Prozent für Tabak, kommt man zu dem Schluss, dass die Haushalte im Vergleich zu früher deutlich weniger davon gekauft haben.

Im Jahr 2015 wurden je Einwohner/-in 1.041 Zigaretten, Zigarren oder Zigarillos geraucht. Das waren 170 Stück weniger als 2005. Auch der Durst auf Bier ließ nach: 2015 trank jeder Einwohner und jede Einwohnerin durchschnittlich 98 Liter; vor zehn Jahren waren es noch 111 Liter gewesen. Das entsprach in etwa einem Rückgang von 1,5 Kästen Bier pro Person seit 2005. Auch die Zahl der jugendlichen Komasäufer sei mittlerweile leicht rückläufig. Diese Tendenz schreiben die Experten von Destatis auch der eingeführten Alkopopsteuer zu.

„Alles in allem gibt es also eine positive Entwicklung: Wir schränken uns bei als schädlich geltenden Produkten tendenziell eher ein,“ lautete Sarreithers Fazit. Nach ihrer individuellen Einschätzung befragt, bewerteten fast zwei Drittel der Bevölkerung im Jahr 2014 ihren Gesundheitszustand als sehr gut oder gut.

© gie/aerzteblatt.de

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