Medizin

Anabo­lika/Testosteron: FDA warnt vor Missbrauch und Abhängigkeit

Freitag, 28. Oktober 2016

Silver Spring – Testosteron und andere Anabolika sind im engeren Sinne keine Drogen, sie werden aber von vielen Sportlern und Bodybuildern wie eine solche verwendet: Hochdosiert, dauerhaft und ohne Rücksicht auf die gesundheitlichen Folgen. Die US-Arzneibehörde FDA will deshalb die Fachinformationen um einen Warnhinweis verschärfen.

Der Besitz von Anabolika wurde in den USA 1990 im Anabolic Steroids Control Act verboten. Ein Verstoß gilt als schwere Straftat (Felony), die mit Gefängnis geahndet werden kann. Der Controlled Substances Act, der den Verkauf von gesundheits­schädlichen Stoffen reglementiert, stuft Anabolika in die Kategorie (Schedule) III ein als Mittel mit hohem Missbrauchspotenzial und Gefahr einer „psychologischen“ Abhängig­keit. Medikamente dieser Kategorie dürfen nur zu medizinischen Zwecken verordnet werden. Bei Testosteron besteht eine Indikation bei einer Unterfunktion der Hoden (Hypogonadismus).

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Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, dass die meisten Testosteron-Präparate von Sportlern und Bodybuildern verwendet werden. In der Regel werden die Hormone deutlich höher dosiert als in der Substitutionsbehandlung eines Hypogonadismus. Die möglichen Folgen für Herz, Gehirn, Leber, psychische Gesundheit und Hormonsystem werden von den meisten illegalen Anwendern nicht bedacht.

Leistungsbeeinflussende Substanzen im Breiten- und Freizeitsport: Trainieren mit allen Mitteln

Leistungsverstärker sind nicht nur im Spitzensport, sondern auch unter Hobbyathleten verbreitet, die Risiken mangels ärztlicher Kontrolle teilweise höher. Der Hausarzt ist wesentlich für die Prävention. Der 17-jährige Turner, ein Amateur, brachte zum Arzttermin eine Plastiktüte mit, darin mehrere Ampullen, kyrillisch beschriftet. 

Zu den schwerwiegenden Nebenwirkungen gehören laut FDA Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Schlaganfall, Depressionen, Feindseligkeit, Aggression, Lebertoxizität und männliche Unfruchtbarkeit. Nach dem Absetzen der erhöhten Dosis kann es laut FDA auch zu Entzugserscheinungen wie Depressionen, Müdigkeit, Reizbarkeit, Appetitverlust, verminderte Libido und Schlaflosigkeit kommen.

Vor allem die Risiken auf Herz und Gemütszustand sollen jetzt in einem neuen Warnhinweis herausgestellt werden, ordnet die FDA an, Auch der Abschnitt „Missbrauch und Abhängigkeit“ soll überarbeitet werden, um die diesbezüglichen Risiken der Präparate deutlich zu machen. © rme/aerzteblatt.de

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