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Medizin

Benignes Prostatasyndrom: AOK-Analyse vergleicht Operationsverfahren

Montag, 31. Oktober 2016

Leipzig – Bei einem gutartigem Prostatasyndrom (BPS) stehen Ärzten verschiedene Operationsverfahren zur Auswahl. Die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) hat bundesweit Routinedaten von mehr als 95.500 Fällen ausgewertet und die Komplikationsraten verglichen. Keines der Verfahren war eindeutig überlegen. Beim 68. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) wurden die Ergebnisse in Leipzig präsentiert.

Die Forscher um den Urologen Christian Glifrich vom Klinikum St. Elisabeth, Klinik für Urologie in Straubing untersuchten Komplikationsraten und Mortalität nach Eingriffen an der Prostata bei BPS. Folgende Operationsverfahren wurden verglichen: transurethrale Resektion der Prostata (TURP, n=78.192), Laservaporisation (n=6.409), Laser­enukleation (n=2.600) und 8.376 offenchirurgische Eingriffe. Bei den Komplkationen achteten die Experten der AOK vor allem auf Transfusionen, Reinterventionen wegen Nachblutung, längerfristige Reinterventionen (ein Jahr) und sonstige Komplikationen unter Risikoadjustierung nach Alter und Begleiterkrankungen.

Im Vergleich zur TURP hatten offen-chirurgische Eingriffe ein erhöhtes Risiko bei der Sterblichkeit. Die Odds Ratio (OR) lag bei 1.47. Noch deutlicher war der Vorteil von Transfusionen (OR 5.21, p< 0.001) und sonstigen Komplikationen (OR 2.17, p< 0.001). Ein niedrigeres Risiko zeigte sich hingegen für Reinterventionen bei Nachblutung (OR 0.75, p< 0.001) und längerfristige Reinterventionen (OR 0.50, p< 0.001).

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Die Laservaporisationen war TURP in zwei Kategorien überlegen. Patienten hatten ein geringeres Risiko für Transfusionen (OR 0.58, p< 0.001) und Reinterventionen bei Nachblutung (0.77, p<0.001) als bei TURP. Jedoch beobachteten die Forscher ein höheres Risiko für längerfristige Reinterventionen (OR 1.48, p< 0.001). Auch Laserenukleationen hatten ein erhöhtes Risiko für Reinterventionen aufgrund von Nachblutung (OR 1.37, p< 0.001).

Eine altersabhängige Präferenz für eine der vier Verfahren kann Glifrich aufgrund der Daten nicht geben. Denn das mediale Alter lag in allen vier Gruppen mit 72 und 73 Jahren zu nah beieinander. © gie/aerzteblatt.de

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