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Neue Handlungs­empfehlungen zur Versorgung stark blutender Wunden

Mittwoch, 2. November 2016

Berlin – Der Versorgung von Patienten mit stark blutenden Wunden an Armen oder Bei­nen zum Beispiel nach Sprengstoffanschlägen oder bei Schussverletzungen widmet sich eine neue Handlungsanleitung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und In­ten­sivmedizin (DGAI).

Die Fachgesellschaft betont darin die Bedeutung sogenannter Tourniquets, die ur­sprüng­lich in der Militärmedizin entwickelt wurden, aber zunehmend auch im zivilen Rettungsdienst Verwendung fänden. Mit ihnen lassen sich stark blutende Gliedmaßen abbinden, wenn ein Kompressionsverband nicht ausreicht oder nicht praktikabel ist.

„Unabhängig von Terrorlagen konnten wir bei stark blutenden Verletzungen von Glied­maßen schon häufig auch im zivilen Notarztdienst den Blutverlust des Patienten durch den Einsatz eines Tourniquets deutlich minimieren“, erläuterte Matthias Helm, Sprecher der Arbeitsgruppe „Taktische Medizin“ des wissenschaftlichen Arbeitskreises Notfall­me­di­zin der DGAI.

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Die neue Handlungsempfehlung beschreibt die Indikationen und einen Algorithmus zum Einsatz von Tourniquets im Bereich der zivilen Notfallmedizin. „Allerdings besteht bei un­sachgemäßer Anwendung auch die Gefahr, eine Blutung nicht zu stoppen, sondern zu verstärken“, warnte Björn Hossfeld aus der Arbeitsgruppe. Es sei daher besonders wich­tig, dass Notärzte und Rettungsfachpersonal den richtigen Umgang mit diesem Hilfsmittel erlernten und übten.

Die DGAI weist daraufhin, dass das bayerische Innenministerium gerade alle Rettungs­wa­gen mit Tourniquets ausstatten lässt, um auf einen möglichen Terroranschlag besser vorbereitet zu sein.

© hil/aerzteblatt.de

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