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Politik

Bayern: Probelauf der elektronischen Patientenakte für Flüchtlinge

Montag, 7. November 2016

Ingolstadt – Eine elektronische Patientenakte für Flüchtlinge und Asylbewerber hat die Bayerische TelemedAllianz zusammen mit dem Bayerischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium und anderen Partnern in Ingolstadt eingeführt.

„Eine nicht erkannte ansteckende Krankheit stellt für das Praxispersonal ein gesundheit­liches Risiko dar, da unter Umständen besondere Schutzmaßnahmen nicht ergriffen wur­den. Diese Gefahr ließe sich durch einen verbesserten Informationsfluss zwischen den be­­handelnden Einrichtungen vermeiden“, sagte Siegfried Jedamzik, Geschäfts­führer der Bayerischen TelemedAllianz.

Bislang werden die gesundheitlichen Daten von ankommenden Asylbewerbern nicht zen­tral dokumentiert und laut der Allianz auch meist nicht an die weiterbehandelnden Ärzte geleitet. Insbesondere wenn der Patient der deutschen Sprache nicht mächtig sei, fehl­ten somit oft wichtige, für eine erfolgreiche Behandlung benötigte Details zur Kranken­ge­schichte. Das soll sich mit der elektronischen Patientenakte jetzt ändern: Sie soll den be­handelnden Ärzten alle relevanten medizinischen Informationen zur Verfügung stellen.

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Das Konzept dazu hat die Bayerische TelemedAllianz zusammen mit der CGM Deutsch­land AG und den in den Unterbringungen für Asylsuchende tätigen Ärzten entwickelt. Weiterhin im Projekt involviert ist neben dem Ärztenetz GO IN, dem Ärztlichen Kreisver­band Ingolstadt-Eichstätt, dem Klinikum Ingolstadt, dem Betreiber der Unter­künf­te für Asyl­bewerber PulsM GmbH und dem Gesundheitsamt Ingolstadt auch die Regie­rung von Oberbayern.

Die Vorgehensweise ist „einfach und unbürokratisch“, sagte Matthias Leu von der CGM Deutschland AG: „Für jeden Asylbewerber wird eine eigene elektronische Asylakte ange­legt. Die vom Gesundheitspersonal in den Flüchtlingseinrichtungen ermittelten Untersu­chungsergebnisse sowie die zugehörigen Behandlungsschritte werden über ein Arztinfor­mationssystem in der elektronischen Asylakte dokumentiert“, erläuterte er.

Bei Anlegen einer neuen Asylakte werde automatisch ein Zugangscode generiert und zum Ausdruck bereitgestellt. Über diesen Code können später andere Ärzte die Patien­ten­­akte einsehen. Dies sei unabhängig vom jeweils genutzten Arztinformationssystem des Arztes und daher keine Insellösung, so Leu. Er betonte, die neue Akte erfülle alle Auflagen des Datenschutzes.

Das Projekt in Ingolstadt umfasst vier Ankunfts- und Rückführungseinrichtungen. Bei Er­folg soll es auch in anderen Regionen eingeführt werden, hieß es aus der Telemedizin-Allianz. © hil/aerzteblatt.de

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