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Politik

Versorgungsqualität sollte bei E-Health im Mittelpunkt stehen

Dienstag, 8. November 2016

dpa

Berlin – Beim Einsatz von E-Health und der Verarbeitung großer Datenmengen (Big Data) im Gesundheitswesen sollte die Politik konsequent die Versorgungsqualität in den Mittelpunkt stellen. Wichtig sei außerdem, alle wesentlichen Akteure im Gesundheits­wesen einzubinden. Das sind zwei Ergebnisse der vom Bundesministerium für Gesund­heit (BMG) in Auftrag gegebenen Studie „Weiterentwicklung der E-Health-Strategie“. Die Autoren der Studie kommen von dem Beratungsunternehmen Strategy and PWC.

„Die Digitalisierung wird die weitere Entwicklung unseres Gesundheitswesens in entscheidender Weise prägen und ist ein besonders wichtiger Antrieb für den medizi­nischen Fortschritt“, sagte Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Hermann Gröhe (CDU) bei der Vorstellung der Studie heute in Berlin. Er betonte, bei allen Entwicklungen müsse der Schutz der persönlichen Gesundheitsdaten immer gewährleistet sein. Gleichwohl gehe es darum, „dass Patienten digitale Anwendungen besser, sicherer und schneller als bisher nutzen können. Deshalb machen wir mit dem E-Health-Gesetz Tempo bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen“, so der Minister.

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Die Studie „Weiterentwicklung der E-Health-Strategie“ ist eine Bestandsaufnahme zu der Frage, wie die immer stärkere Digitalisierung für neue Versorgungsstrukturen und -ab­läufe im Gesundheitswesen genutzt werden kann. „Während eHealth-Anwendungen die gesundheitsbezogene Vernetzung und Kommunikation zwischen Menschen, Organisationen, Sensoren/Aktoren und IT-Systemen im Gesundheitswesen realisieren, ermöglicht Big Data die Aggregation, Analyse und Auswertung von Daten zur Umwandlung in entscheidungsrelevante Informationen – Daten, die oftmals auf Basis von eHealth-Anwendungen generiert wurden“, definieren die Autoren der Studie (Seite 16).

Sie fordern im Folgenden unter anderem mehr gesellschaftliche Akzeptanz für die Digitalisierung im Gesundheitswesen. Dazu sei es wichtig, die Bevölkerung und vor allem das Fachpersonal im Gesundheitswesen intensiv zu den neuen Technologien zu schulen.

Die neue Studie ist eine Ergänzung zu der bereits vorliegenden Arbeit „Chancen und Risiken von Gesundheits-Apps – CHARISMHA“. Darin geben die Autoren um Urs-Vito Albrecht vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der TU Braun­schweig und der Medizinischen Hochschule Hannover einen Überblick über den Markt der Gesundheits-Apps. Diese Studie dokumentiert, dass es bislang an einheitlichen Qualitätskriterien für sogenannte Medical-Apps fehlt.

Ärzte messen den neuen Technologien ein hohes Potenzial für Verbesserungen zu, vor allem in der Kommunikation mit anderen Behandlern (57,0 Prozent), in der Kommuni­kation mit Patienten (32,2 Prozent) sowie in der Versorgung von Patienten in größerer Entfernung (29,0 Prozent). Das zeigt die Studie „Ärzte im Zukunftsmarkt Gesundheit 2016“, die die Stiftung Gesundheit im Oktober veröffentlicht hat. Das größte Problem bei der fortschreitenden Digitalisierung im Gesundheitswesen ist danach die unausgereifte praktische Umsetzung. Das am zweithäufigsten genannte Problem ist der Datenschutz. „Damit ist die größte Sorge der Ärzte überraschenderweise nicht inhaltlicher, sondern praktischer Natur“, berichtet Stefanie Woerns, Vorstandsmitglied der Stiftung Gesund­heit. Die Studienteilnehmer äußerten gegenüber der Stiftung vor allem den Wunsch nach einheitlichen und weniger störungsanfälligen Systemen. © hil/aerzteblatt.de

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Avatar #104037
popert
am Dienstag, 8. November 2016, 23:35

Kostenneutrale Qualitätsverbesserung muss das Ziel sein

"Versorgungsqualität im Mittelpunkt" reicht nicht. Das kann jeder Gesundheitspolitiker von sich behaupten.
eHealth bringt gigantische Kosten - also muss Kosten-Nutzen untersucht und unter realistischen Bedingungen mit dem IST verglichen werden.
eHealth mit nachgewiesener Verbesserung patientenrelevanter Endpunkte muss man mit der Lupe suchen.
Kostenneutrales eHealth mit nachgewiesenem Patientennutzen ist mir bisher nicht bekannt.
Avatar #104037
popert
am Dienstag, 8. November 2016, 23:35

Kostenneutrale Qualitätsverbesserung muss das Ziel sein

"Versorgungsqualität im Mittelpunkt" reicht nicht. Das kann jeder Gesundheitspolitiker von sich behaupten.
eHealth bringt gigantische Kosten - also muss Kosten-Nutzen untersucht und unter realistischen Bedingungen mit dem IST verglichen werden.
eHealth mit nachgewiesener Verbesserung patientenrelevanter Endpunkte muss man mit der Lupe suchen.
Kostenneutrales eHealth mit nachgewiesenem Patientennutzen ist mir bisher nicht bekannt.
LNS

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